
Optimismus macht sich weltweit in den Führungsetagen breit. Die Mehrheit der Top-Manager erwartet dieses Jahr den Aufschwung und steigende Erlöse. Doch es gibt Gefahren für den Aufschwung.
Die weltweite Management-Elite sieht laut einer Umfrage von PricewaterhouseCoopers (PwC) das Ende der Wirtschaftskrise in Reichweite. PwC hatte nach eigenen Aussagen im vierten Quartal 2009 weltweit 1.198 Unternehmensführer aus 54 Ländern nach ihren Befindlichkeiten befragt, darunter 63 Vorstandschefs aus Deutschland. Demnach erwarten rund zwei Drittel der Vorstandschefs einen Konjunkturaufschwung spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2010. Das übrige Drittel rechnet erst 2011 mit einer Erholung (siehe auch die Konjunkturprognosen deutscher Wirtschaftsexperten).Deutsche Vorstände besonders optimistischDer Studie zufolge beurteilen die befragten Spitzenmanager die Perspektiven ihres eigenen Unternehmens noch optimistischer. So rechneten weltweit 81 Prozent mit steigenden Erlösen im laufenden Jahr. Dabei sei der Anteil der Befragten, die ihre Umsatzentwicklung 2010 "sehr zuversichtlich" sehen, mit 31 Prozent deutlich höher als in einer vergliechbaren Umfrage von 2009 (21 Prozent). Die Vorstandschefs deutscher Unternehmen seien laut PwC - gemessen an den Erwartungen ihrer Kollegen imübrigen Westeuropa - besonders zuversichtlich. Mit steigenden Umsätzen im laufenden Jahr rechneten 87 Prozent der Befragten in Deutschland, hingegen nur 71 Prozent in Großbritannien und 80 Prozent in Frankreich.Aufschwung ohne neue Jobs Die Wachstumserwartungen der deutschen Spitzenmanager schlügen sich allerdings nicht in deren Personalplanungen nieder. Lediglich 27 Prozent der Befragten wollten neue Jobs schaffen, während 40 Prozentmit einem Stellenabbau rechneten. "Die Personalplanung deutscher CEOs erscheint nicht nur vor dem Hintergrund ihrer überdurchschnittlich hohen Wachstumserwartungen überraschend( schon der EMI-Index hatte auf diese Entwicklung hingewiesen).Fehlende Fachkräfte und LiquiditätUnternehmensfinanzierung bleibt schwierigAuch der von den Vorstandsvorsitzenden selbst erkannte Fachkräftemangel spricht eher gegen einen Beschäftigungsabbau zur kurzfristigen Kostensenkung", sagte Hans Wagener, Vorstandssprecher von PwC Deutschland. Weltweit wollen fast 40 Prozent der Vorstände in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen, mit Stellenkürzungen rechnen nur noch 25 Prozent.Neben Engpässen bei qualifiziertem Personal bleibt vor allem die schlechte Kapitalversorgung ein gravierendes Wachstumshindernis. So glaubten 51 Prozent aller Befragten und 63 Prozent der deutschen Spitzenmanager, dass Banken zögerlicher Kredite vergeben als vor der Krise (siehe auch die Umfrageergebnisse von CFOworld). Entsprechend setzten die Unternehmen stark auf die Finanzierung aus eigener Kraft. So verwiesen 83 Prozentder Befragten insgesamt und 92 Prozent der deutschen Vorstände auf den Cashflow zur Investitionsfinanzierung. Bankkredite wollten nur 40 Prozent der Unternehmenschefs in Anspruch nehmen (manche Bankmanager sehe langfristige Investitonsvorhaben bereits bedroht).
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