
Die Rechnungsprüfung findet in jedem Unternehmen während des Tagesgeschäftes statt. Eingehende Rechnungen werden an entsprechender Stelle in der Finanzverwaltung auf ihre sachliche, preisliche und mengenmäßige Richtigkeit geprüft. Zu diesem Zweck werden Auftrag und Warenbestand bzw. Auftragserfüllung kontrolliert, und im Anschluss wird die Rechnung zur weiteren Bearbeitung freigegeben. Allgemein bezeichnet der Begriff Rechnungsprüfung die Prüfung der finanziellen Situation eines Unternehmens; erfolgt diese durch eine externe Stelle, spricht man von Wirtschaftsprüfung. Bei Körperschaften und Einrichtungen des öffentlichen Rechts unterliegt die Rechnungsprüfung besonderen Richtlinien.
Wird sie intern durchgeführt, gibt es speziell dafür eingerichtete Stellen, wie den Rechnungshof oder den Rechnungsprüfungsausschuss, wird sie extern durchgeführt, übernehmen Rechnungsprüfungsverbände diese Aufgabe. Durch das im Jahr 2009 in Kraft getretene Bilanzmodernisierungsgesetz, kurz BilMoG, gibt es auch für Unternehmen eine Reihe von neuen, gesetzlichen Vorgaben, die bei der Rechnungsprüfung zu beachten sind. Vor allem bei der Rechnungslegung von Konzernen ergeben sich zahlreiche Änderungen, die Wirtschaftsprüfer und Unternehmen gleichermaßen vor neue Herausforderungen stellen. Die Grundlage der Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern wird durch das BilMoG auf eine ganz neue Ebene gestellt. Beschränkten sich bisher die Fertigungskosten als Bilanzposten auf die Material- und Fertigungseinzelkosten, so müssen jetzt auch die wichtigsten Gemeinkosten in den Fertigungsprozess zwingend mit einbezogen werden. Um diese Kosten in eine korrekte Rechnungslegung einzubeziehen, sind die Ergebnisse der internen Rechnungsprüfung unerlässlich.
Die Bewertung der Bestände und der Aufwendungen erfolgt also in einem wesentlich direkteren Zusammenhang mit dem periodischen Abschluss und der Ausweisung des Unternehmenserfolgs. Die Anforderungen an Rechnungsprüfer und Controller werden damit immer komplexer. Denn auf den Ergebnissen ihrer Arbeit basieren Entscheidungen, die nachhaltig die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen und Kommunen beeinflussen.
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