
Die Steuerbilanz ist die Aufstellung des Betriebsvermögens unter Beachtung steuerlicher Grundsätze, vor allem des Einkommensteuergesetzes. Im Gegensatz zur Handelsbilanz, die vornehmlich der Beurteilung der Unternehmenssituation etwa durch Investoren dient, richtet sich die Steuerbilanz nur an das Finanzamt. Die Steuerbilanz dient der Ermittlung des steuerlichen Gewinns des bilanzierenden Unternehmens nach § 4 EStG. Das Steuerrecht selbst kennt aber den Begriff der Steuerbilanz nicht, es wird nur in § 60 Abs. 2 Satz 2 EStDV auf diesen Begriff hingewiesen.
Die Steuerbilanz ist genauso aufgebaut wie die Handelsbilanz. Gemäß § 5 Abs. 1 EStG gilt für die Steuerbilanz das Maßgeblichkeitsprinzip, das besagt, dass grundsätzlich die Handelsbilanz eines Unternehmens maßgeblich ist, sofern nicht zwingende steuerrechtliche Vorschriften Abweichungen vorschreiben. Um von der Handelsbilanz auf die Steuerbilanz überzuleiten, wird oft eine sogenannte Mehr-und-Weniger-Rechnung durchgeführt.
Gemäß § 60 Abs. 2 S. 1 EStDV kann anstelle der separaten Erstellung der Handels- und der Steuerbilanz eine mit entsprechenden Ergänzungen versehene Einheitsbilanz verwendet werden. Dies ist häufig nötig, da z. B. im Rahmen des Maßgeblichkeitsprinzips Passivierungswahlrechte im Sinne des Handelsrechts steuerrechtlich Passivierungsverbote sein können.
In der Praxis ist die Aufstellung einer derartigen Einheitsbilanz allerdings nur bei kleinen Betrieben und Unternehmen üblich. Der von Kaufleuten im Sinne des HGB erstellte handelsrechtliche Jahresabschluss hat meist die Aufgabe, für potenzielle Kreditgeber, Investoren und andere Stakeholder ein besseres Bild des Unternehmens zu zeichnen, was meist auch zu einem höheren ausgewiesenen Gewinn als in der Steuerbilanz führt - die Steuerbilanz soll ja dazu dienen, die steuerrechtlichen Abschreibungsmöglichkeiten optimal auszunutzen und möglichst wenig Steuern zahlen zu müssen. Dies kann durch die Ausnutzung von Bewertungsspielräumen erreicht werden.
Bereits im Jahr 1994 klagte ein Unternehmen gegen das zuständige Finanzamt. Die Übernahme einer Tochter schloss auch Rückstellungen ein, die erfolgswirksam seien und daher der Körperschaftssteuer unterliegen, so die Behörde. Der Bundesfinanzhof widersprach nun dieser Ansicht. Werner Kurzlechner schildert den Fall. [weiter...]
Moderner und einfacher soll das Unternehmenssteuerrecht werden. So zumindest proklamiert es ein jetzt von der Bundesregierung entworfenes Programm. Betroffen sind zum Beispiel die Verlustrechnung und Gruppenbesteuerung. [weiter...]
Trotz aller rechtlichen und technischer Vorgaben muss letztlich jedes Unternehmen seine eigene Strategie bei der Umsetzung der E-Bilanz finden. [weiter...]
Die großen technischen und fachlichen Herausforderungen der nahmenden E-Bilanz liegen in der Abbildung der Taxonomie und der Prozessintegration. Hier warten knifflige und offene Fragen. [weiter...]
2012 wird es Ernst mit der elektronischen Übermittlung der Jahresabschlüsse an die Steuerverwaltung. Wir stellen Ihnen in einer dreiteiligen Serie alles Wissenswerte zur E-Bilanz vor. [weiter...]
Eine GmbH-Beteiligung ist steuerlich als Betriebsvermögen zu bilanzieren. Zumindest wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, die westfälische Richter in einer aktuellen Entscheidung konkretisiert haben. [weiter...]
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz verhieß massive Auswirkungen auf Vorschriften zum Jahres- und Konzernabschluss im HGB. Doch wurden seine Ziele erreicht? [weiter...]
Noch ist es nicht offiziell, doch könnte sich die für 2011 geplante E-Bilanz um ein Jahr verschieben. Der Fiskus reagiert damit offenbar auf technische und organisatorische Fragen. [weiter...]
Beim TÜV Rheinland ist das Controlling dank Beratung und Datenanalyse willkommen, erzählt CFO-Beirat Marcus Staude. Und auch ein Wertbeitrag gelingt. [weiter...]
Der Fiskus will Bilanz- und Rechnungsdaten nur noch elektronisch empfangen. Unternehmen müssen IT und Konten anpassen. Ansonsten drohen Strafen. [weiter...]