
Die Kostenrechnung stammt aus dem Bereich Controlling und ist ein Aufgabenbereich der Betriebswirtschaftslehre. Zwar gehört sie thematisch in den Bereich "internes Rechnungswesen", unterliegt jedoch im Vergleich zu anderen Elementen dieses Feldes kaum gesetzlichen Vorschriften.
Vorrangiges Ziel der Kostenrechnung ist zunächst die Informationsbereitstellung. Anhand von verschiedenen Indizes, beispielsweise Soll- und Plandaten, soll die kurzfristige Planung von Investitionen und Gewinn ermöglicht werden, während strategische, langfristig angelegte Planung Aufgabe der Investitionsrechnung ist - dies gehört jedoch nicht mehr in den Bereich der Kostenrechnung. Zur Berechnung dieser Entscheidungshilfen werden Daten aus der Buchhaltung, der Statistik sowie eigene Berechnungen herangezogen. Das entstandene Zahlenmaterial dient als Entscheidungsstütze bei betrieblichen Beschlüssen, jedoch auch zur späteren Bewertung im Rahmen der Handelsbilanz. Auch als Bewertungsmaßstab für die betriebliche Leistung werden die ermittelten Indizes eingesetzt.
In großen Betrieben ist die Kostenrechnung heute Bestandteil von Enterprise-Resource-Planning-Systemen. Die Informationen aus diesen Systemen, beispielsweise Arbeitspläne, werden in drei Stufen verwertet: der Kostenartenrechnung, der Kostenstellenrechnung und der Kostenträgerrechnung. Aus diesen drei Rechnungsarten entsteht ein spezifisches Kostenrechnungssystem.
In ihrer historischen und methodischen Entwicklung hat die Kostenrechnung verschiedene Systeme ausgeprägt. So existiert seit 1950 etwa die Vollkostenrechnung, die sich an Plan-, Ist- und Normalkosten orientiert. Eine spätere Strömung zeigt sich ab 1975: die Teilkostenrechnung, die im Vergleich dazu eine intensivere Datenerhebung beinhaltet und eine Vielzahl von Teilaspekten unter einem Terminus vereint. Auch bestimmte Bereiche des Operations Research gelten heute als Teilaufgabe der Kostenrechnungsstelle.
Wie die Finanzbuchhaltung, so spielen sich auch die Berechnungen dieses betriebswirtschaftlichen Aspektes hauptsächlich in spezieller Software ab. Für sämtliche Unternehmensgrößen und -formen existieren Softwarelösungen auf dem Markt. Die Palette der Anbieter reicht vom kleinen Ein-Mann-Betrieb bis hin zur Aktiengesellschaft.
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