
Die Rückstellung wird in der Bilanz eines Unternehmens erfasst. Sie weist ungewisse Verbindlichkeiten sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäftsereignissen aus. Ungewisse Verbindlichkeiten, für die eine Rückstellung gebildet werden muss, entstehen aus einer Verbindlichkeit gegenüber Dritten (auch öffentlich-rechtliche Verbindlichkeiten). Ihre Entstehung liegt vor dem Bilanzstichtag, daher wird ein Ausgleich notwendig. In der Rückstellung machen diese Verbindlichkeiten den größten Posten aus. Rückstellungen für drohende Verluste aus ausstehender Vertragserfüllung sind zum Beispiel Forderungen, die mit der Vergabe von Darlehen oder auch Vermietungen entstehen, aber noch nicht eingezogen sind. Rechtlich gesehen sind die Verbindlichkeiten bereits entstanden, doch die Höhe beziehungsweise der Termin der Fälligkeit stehen noch nicht fest.
Die Rechtsgrundlage für die Rückstellung ist das Handelsgesetzbuch. Dieses regelt außerdem weitergehende Pflichten und Möglichkeiten bei der Erfassung von Rückstellungen. So ist zum Beispiel eine Rückstellung für im Bilanzjahr nicht durchgeführte Instandhaltung oder Abraumbeseitigung zu bilden, wenn diese im neuen Geschäftsjahr innerhalb der ersten drei Monate nachgeholt wird. Die Instandhaltung umfasst keine Reparaturen oder Erweiterungen. Weiterhin gibt es Kulanzleistungen, die ein Unternehmen ohne bestimmte Rechtsgrundlage erbringen kann. Sie werden ebenfalls in der Bilanz erfasst und sind eigentlich eine Verpflichtung, weil damit eine Erbringung einer erwarteten Gewährleistung verbunden ist. Daneben dürfen Unternehmen eine Rückstellung bilden, wenn am Bilanztag die Sicherheit des Entstehens von Aufwendungen gegeben ist, die Höhe und das Datum der Fälligkeit aber noch ausstehen. Entfällt der Grund für die Rückstellung, darf diese laut Handelsgesetzbuch wieder aufgelöst werden. Sie wird in der Bilanz in sogenannten Rückstellungskonten erfasst. Das können Pensionsrückstellungen und Steuerrückstellungen sowie andere Rückstellungen wie Provisionen oder Gewährleistungen sein.
Bereits im Jahr 1994 klagte ein Unternehmen gegen das zuständige Finanzamt. Die Übernahme einer Tochter schloss auch Rückstellungen ein, die erfolgswirksam seien und daher der Körperschaftssteuer unterliegen, so die Behörde. Der Bundesfinanzhof widersprach nun dieser Ansicht. Werner Kurzlechner schildert den Fall. [weiter...]
In der neuen CFOworld-Kolumne erwarten Sie nicht die üblichen Beiträge zum Risikomanagement, wie es heute die meisten Unternehmen betreiben. Risikoexperte Peter Kriebel geht vielmehr den Mythen und Irrtümern nach, welche sich hartnäckig in der Praxis halten. [weiter...]
Unternehmen im DAX und MDAX sehen sich hoher Pensionsverpflichtungen gegenüber, das Jahr 2011 verschärfte die Situation. Dennoch sei aufgrund der jüngsten Entwicklungen vorsichtiger Optimismus angebracht. [weiter...]
2012 wird es Ernst mit der elektronischen Übermittlung der Jahresabschlüsse an die Steuerverwaltung. Wir stellen Ihnen in einer dreiteiligen Serie alles Wissenswerte zur E-Bilanz vor. [weiter...]
Großbetriebe müssen Rückstellungen für eine Betriebsprüfung bilden - unabhängig davon, ob zum Bilanzstichtag bereits eine Prüfungsanordnung vorliegt. Das geht aus einem aktuellen Gerichtsurteil hervor. [weiter...]
Viele Mittelständler kämpfen immer noch mit den Vorgaben des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) und sind über dessen Bedeutung für ihre Bilanz uneins. [weiter...]
Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz verhieß massive Auswirkungen auf Vorschriften zum Jahres- und Konzernabschluss im HGB. Doch wurden seine Ziele erreicht? [weiter...]
Bereits 2011 wird der International Accounting Standard (IAS) 37 bezüglich der Bilanzierung von Rückstellungen für viel Arbeit im Controlling sorgen. [weiter...]
Wo sehen Familienunternehmen derzeit die größten Probleme und Gefahren für sich? Eine Umfrage vermittelt einen kleinen Einblick in die betriebliche Praxis. [weiter...]
Als wenn IFRS nicht schon komplex genug wäre. Viele neue Bewertungs- und Bilanzierungsvorschriften und Anhänge sind in Planung und wohl bald Realität. [weiter...]