Fremdkapital

Unter dem Begriff Fremdkapital versteht man den Anteil am Gesamtkapital eines Unternehmens, das durch Gläubiger, also Fremdkapitalgeber, in das Unternehmen eingebracht wird. Es stellt somit einen Teil der Bilanz eines Unternehmens dar und wird auf der Passivseite erfasst. Ein umgangssprachlich gebräuchlicher Ausdruck für Fremdkapital ist Schulden.

Die Fremdkapitalgeber erhalten in der Regel einen Coupon in Form eines Zinses auf ihr eingesetztes Kapital. Diese Zinserträge erzielen die Fremdkapitalgeber zusätzlich zur Höhe ihrer Einlage. Durch Privateigentümer kann Fremdkapital z.B. in Form von Anleihen, die ein Unternehmen ausgibt, eingebracht werden. Auch Kapital aus Bank- oder anderen Krediten gehören zum Fremdkapital.

Fremdkapital kann bei der Finanzierung eines Projektes oder ähnlicher Vorhaben gerade bei Kapitalgesellschaften sinnvoll eingesetzt werden, da die zusätzliche Verwendung von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite "hochhebelt" (sog. Leverage-Effekt). Aufgrund der gestiegenen Eigenkapitalrendite wird das Unternehmen wiederum für Eigenkapitalgeber profitabler und erhält somit auf diese Weise weiteres Kapital.

Im Gegensatz zu den Eigenkapitalgebern erwerben Fremdkapitalgeber keine Anteile am Unternehmen, der ihnen einen Anspruch auf den Unternehmensgewinn generieren würde. Sie haben also z.B. keinen Anspruch auf die Zahlung einer Dividende. Ihr Ertrag ergibt sich ausschließlich aus der Höhe des gezahlten Zinses.
Da Fremdkapitalgeber nicht Miteigentümer des Unternehmens sind, haben sie üblicherweise auch nicht die Möglichkeit, die Unternehmensstrategie mitzubestimmen. Nichtsdestotrotz steht nach deutschem Recht der Gläubigerschutz über allem. Dementsprechend sind die Fremdkapitalgeber bei einer möglichen Insolvenz des Unternehmens die bevorrechtigte Gruppe. Die Eigenkapitalgeber haben in solch einem Fall lediglich einen Residualanspruch auf die Höhe ihres eingesetzten Kapitals. Im internationalen Umfeld sieht das anders aus. Hier ist der Gläubigerschutz zwar auch gegeben, aber bei Weitem nicht so extrem bevorzugt wie im deutschen Recht.

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