
2012 wird es Ernst mit der elektronischen Übermittlung der Jahresabschlüsse an die Steuerverwaltung. Wir stellen Ihnen in einer dreiteiligen Serie alles Wissenswerte zur E-Bilanz vor.
Für die meisten deutschen Unternehmen bedeutet die Übermittlung einer elektronischen Steuerbilanz eine undankbare Mehrbelastung. Anforderungen wie der Aufbau einer steuerlichen Gewinn- und Verlustrechnung kommen nach Ihrer Meinung zur Unzeit.
Die Deutsche Finanzverwaltung sieht hingegen in der so genannten E-Bilanz ein zeitgemäßes Vorhaben: Bürokratieabbau und Kosteneinsparung bei gleichzeitiger Optimierung der Fallbearbeitung sind aus ihrer Sicht die E-Bilanz-Ziele.
Weniger Papier und automatische Plausibilitätsprüfungen zum Aufbau eines Risikomanagementsystems sind Stichworte, die Finanzbehörden auch anderswo in Europa aufhorchen lassen und zum Teil schon in unverbindliche Pilotprojekte münden.
Nach § 5b EStG gilt für Abschlüsse nach HGB bilanzierender Unternehmen, dass die Steuerbilanz ab dem Geschäftsjahr 2012 nach vorgegebenem Datenschema elektronisch zu übermitteln ist. Stehen die Angaben fehlerhaft oder unvollständig in der E-Bilanz, kann die Finanzverwaltung Zwangsgelder gegen die entsprechenden Unternehmen verhängen oder unangenehm intensive Betriebsprüfungen machen.
Es wird also Ernst mit der E-Bilanz. In unserer kleinen Serie stellen wir Ihnen daher noch einmal Informationen rund um das Vorhaben zusammen:
Nachfolgend also der Überblick und Hintergründe:
Auf der technischen Ebene baut die E-Bilanz auf der bekannten ELSTER-Schnittstelle auf und ergänzt sie um den ELSTER Rich Client (ERIc). In ERIc erfolgt die Umwandlung der ELSTER Daten im XML Format in die Xtensible Business Reporting Language (XBRL). Bei XBRL handelt es sich um ein aus den USA stammendes Format zur Übertragung von Finanzberichten, das weltweit an Bedeutung gewinnt und in Deutschland beispielsweise schon zur Übertragung an den Bundesanzeiger genutzt werden kann.
Aufgrund der zahlreichen laufenden Projekte im EU Raum – die XBRL Organisation Europa listet 50 laufende Projekte in Europa auf – wird die Verbreitung von XBRL von der Europäischen Kommission kritisch gewürdigt. XBRL ist aber noch kein offizieller europäischer Standard für die Übertragung von Steuerbilanzen und die Deutsche Finanzverwaltung nimmt in enger Zusammenarbeit mit dem XBRL Deutschland e.V. eine Vorreiterrolle ein (Zur Diskussion über XBRL finden Sie hier mehr Informationen).
Ob damit auch Maßstäbe für den europäischen Raum gesetzt werden ist offen. Die Folgen liegen auf der Hand: Die finanzstarken international orientierten Softwarehersteller und ERP-System-Anbieter scheuen Investitionen in rein nationale Lösungen und der Markt für E-Bilanz Produkte ist dementsprechend noch in der Entwicklungsphase.
Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit unseren Newslettern. Einfach Email-Adresse eingeben und auf "Bestellen" klicken.