
Der Aufsichtsrat muss den eigenen CFO unterstützen. Ohne konkrete Vorstellungen über das interne Risikomanagement, das Kontrollsystem und die Revision ist dies jedoch nicht möglich. Neun Empfehlungen von Rudolf X. Ruter.
Der Aufsichtsrat respektive der Prüfungsausschuss muss die Wirksamkeit des internen Revisionssystems überwachen (vgl. AktG § 107 (3)). Weder im Gesetz noch im Deutschen Corporate Governance Kodex findet das interne Revisionssystem explizit Erwähnung. Der Aufsichtsrat in seiner Rolle als oberster Überwacher und Hüter der Corporate Governance muss die Leitlinien einer langfristig und nachhaltig orientierten Unternehmensführung einfordern und ist für die Einrichtung einer Internen Revision im Unternehmen in Größe, Komplexität und Umfang verantwortlich. Nachhaltige Unternehmensführung und Interne Revision gehören zusammen - siehe hierzu: Nachhaltigkeit und Interne Revision.
Damit ist der Aufsichtsrat der Garant der Verankerung von nachhaltiger Unternehmensführung und Interne Revision im Tagesgeschäft. Jedes Aufsichtsratsmitglied ist persönlich für die effektive und effiziente Unternehmensüberwachung verantwortlich. Nur so kann der Aufsichtsrat seinem doppelten Auftrag als Kontrolleur und Ratgeber gerecht werden. Es bestehen also hohe Anforderungen an die Qualifikation der Mitglieder eines Aufsichtsrats im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Internen Revision.
Jedes Aufsichtsratsmitglied sollte daher eigene und konkrete Vorstellungen vom unternehmensinternen Risk Management System (RMS), Internen Kontrollsystem (IKS) und der Zusammenarbeit der Internen Revision (IR) mit dem CFO haben, damit es „seinen“ CFO tatkräftig unterstützen kann, der hierfür gemäß IIA Practice Advisory 2120 No. 5 die Gestaltungsverantwortung sowie die Sorgfaltspflicht trägt (vgl. AktG §§ 76, 93 beziehungsweise GmbHG § 43).
Der Aufsichtsrat, insbesondere in der Person des Financial Experts, bleibt der wichtigste Sparringspartner des CFO. Der Aufsichtsrat ist vor allen Dingen gefragt bei der zunehmenden Integration vom RMS, IKS und IR zur Verbesserung einer ganzheitlichen Betrachtung und Erhöhung der Gesamteffizienz bei gleichzeitiger Funktionskostensenkung. In der Praxis haben sich integrierte Ansätze bereits erfolgreich etabliert.
Folgende Empfehlungen an den Aufsichtsrat hinsichtlich seiner Zusammenarbeit mit der Internen Revision lassen sich hierbei zusammenfassen:
Diese Empfehlungen entstanden anlässlich einer Podiumsdiskussion während der Audit Challenge 2012, einer Fachkonferenz in der Frankfurt School of Finance & Management im April 2012.
Grundsätze nachhaltiger Unternehmensführung - Erfolg durch verantwortungsvolles Management
von Edeltraud Günther und Rudolf X. Ruter (Hrsg.)
Siehe hier für weitere Informationen.
Rudolf X. Ruter ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Leiter des Arbeitskreis „Nachhaltige Unternehmensführung“ in der Schmalenbach-Gesellschaft Betriebswirtschaft e.V. (AKNU). Zudem ist Herr Ruter Mitglied des Beirats Financial Experts Association e.V und im Beirat des Deutschen CSR-Forums. Seine Kolumnen erscheinen regelmäßig auf CFOworld. Mehr zum Autor unter www.ruter.de.
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