Kommentar Nachhaltigkeit

Aufsichtsrat und Interne Revision

Kommentar Nachhaltigkeit: Aufsichtsrat und Interne Revision
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Der Aufsichtsrat muss den eigenen CFO unterstützen. Ohne konkrete Vorstellungen über das interne Risikomanagement, das Kontrollsystem und die Revision ist dies jedoch nicht möglich. Neun Empfehlungen von Rudolf X. Ruter.

17. Aug 2012

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Der Aufsichtsrat respektive der Prüfungsausschuss muss die Wirksamkeit des internen Revisionssystems überwachen (vgl. AktG § 107 (3)). Weder im Gesetz noch im Deutschen Corporate Governance Kodex findet das interne Revisionssystem explizit Erwähnung. Der Aufsichtsrat in seiner Rolle als oberster Überwacher und Hüter der Corporate Governance muss die Leitlinien einer langfristig und nachhaltig orientierten Unternehmensführung einfordern und ist für die Einrichtung einer Internen Revision im Unternehmen in Größe, Komplexität und Umfang verantwortlich. Nachhaltige Unternehmensführung und Interne Revision gehören zusammen - siehe hierzu: Nachhaltigkeit und Interne Revision.

Aufsichtsrat verantwortlich

Damit ist der Aufsichtsrat der Garant der Verankerung von nachhaltiger Unternehmensführung und Interne Revision im Tagesgeschäft. Jedes Aufsichtsratsmitglied ist persönlich für die effektive und effiziente Unternehmensüberwachung verantwortlich. Nur so kann der Aufsichtsrat seinem doppelten Auftrag als Kontrolleur und Ratgeber gerecht werden. Es bestehen also hohe Anforderungen an die Qualifikation der Mitglieder eines Aufsichtsrats im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Internen Revision.

Integration und Gesamtabstimmung

Jedes Aufsichtsratsmitglied sollte daher eigene und konkrete Vorstellungen vom unternehmensinternen Risk Management System (RMS), Internen Kontrollsystem (IKS) und der Zusammenarbeit der Internen Revision (IR) mit dem CFO haben, damit es „seinen“ CFO tatkräftig unterstützen kann, der hierfür gemäß IIA Practice Advisory 2120 No. 5 die Gestaltungsverantwortung sowie die Sorgfaltspflicht trägt (vgl. AktG §§ 76, 93 beziehungsweise GmbHG § 43).

Der Aufsichtsrat, insbesondere in der Person des Financial Experts, bleibt der wichtigste Sparringspartner des CFO. Der Aufsichtsrat ist vor allen Dingen gefragt bei der zunehmenden Integration vom RMS, IKS und IR zur Verbesserung einer ganzheitlichen Betrachtung und Erhöhung der Gesamteffizienz bei gleichzeitiger Funktionskostensenkung. In der Praxis haben sich integrierte Ansätze bereits erfolgreich etabliert.

Empfehlungen für die Zusammenarbeit

Folgende Empfehlungen an den Aufsichtsrat hinsichtlich seiner Zusammenarbeit mit der Internen Revision lassen sich hierbei zusammenfassen:

  1. Nachhaltigkeit ist Sache von allen.
  2. Alle Führungskräfte müssen zukunftsfähig sein.
  3. Aufsicht erfolgt durch eigenständiges (Nach-)Fragen.
  4. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll eigene und konkrete Vorstellungen von der unternehmensinternen Internen Revision haben.
  5. Eindeutige und dokumentierte Anforderungen des Aufsichtsrat als wesentliche Basis für eine erfolgreiche Revisionsfunktion müssen gelebt werden.
  6. Geschäftsordnung der Gesellschaft regelt im Einvernehmen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, wie Revisionsberichte aussehen und wie häufig diese an den Aufsichtsrat gelangen.
  7. Die Anforderungen des Aufsichtsrat müssen verständlich kommuniziert werden und hinsichtlich ihrer Erfüllung regelmäßig vom Aufsichtsrat bewertet werden.
  8. Der Aufsichtsrat erwartet von der Internen Revision ein Weiterdenken. Nicht nur ein Denken und Agieren in Zahlen und Geschäftsmodellen, sondern ein ständiges Hinterfragen (als Wadenbeißer).
  9. Zukünftige Mitglieder des Aufsichtsrats sollten auch aus dem Erfahrungsbereich der Internen Revision rekrutiert werden.

Diese Empfehlungen entstanden anlässlich einer Podiumsdiskussion während der Audit Challenge 2012, einer Fachkonferenz in der Frankfurt School of Finance & Management im April 2012.

Grundsätze nachhaltiger Unternehmensführung - Erfolg durch verantwortungsvolles Management

von Edeltraud Günther und Rudolf X. Ruter (Hrsg.)

  • Erich Schmidt Verlag, Berlin, 2012
  • ca. 280 Seiten, 39,95 Euro
  • ISBN: 978-3-503-14135-7

Siehe hier für weitere Informationen.

Rudolf X. Ruter ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Leiter des Arbeitskreis „Nachhaltige Unternehmensführung“ in der Schmalenbach-Gesellschaft Betriebswirtschaft e.V. (AKNU). Zudem ist Herr Ruter Mitglied des Beirats Financial Experts Association e.V und im Beirat des Deutschen CSR-Forums. Seine Kolumnen erscheinen regelmäßig auf CFOworld. Mehr zum Autor unter www.ruter.de.

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