
Die Bundesbank hat kürzlich die Auswirkungen der mit der Finanzkrise aufgetretenen Finanzierungsbeschränkungen für Unternehmen rückblickend untersucht. Vor allem bei den Direktinvestionen zeigten sich Abhängigkeiten.
2008 waren weltweit die Direktinvestitionen um 14 Prozent eingebrochen, wobei sich deutsche Unternehmen noch vergleichsweise gut behaupteten. Dennoch mussten auch diese Abstriche machen. Warum das so war, hat jetzt die Bundesbank nachträglich noch einmal näher untersucht und fand dabei zwei Ursachen für Rückgang:
Nachfrageeffekte infolge gestiegener Risikoaversion. Dies habe auf Seiten der Investoren zu einem geringeren Interesse an grenzüberschreitenden Expansionen geführt.
Beeinträchtigung der Direktinvestitionen durch fehlende Finanzierungsmöglichkeiten.
Die Gründe für die eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten sieht die Bundesbank einmal darin, dass Unternehmen wegen sinkender Umsätze und niedrigerer Erträge weniger eigene Mittel zur Verfügung standen. Weiter - und das dürfte für CFOs von Interesse sein - machte sie die zunehmenden Beschränkungen durch die teurer gewordenen Mittelaufnahme am Kapitalmarkt als Ursache aus. Außerdem sah sie den Zugang zu Bankkrediten durch die im Krisenzeitraum verschärften Kreditstandards eingeschränkt.
Die Bundesbank betont übrigens, dass laut des europaweit durchgeführten Lending Survey (BLS, abrufbar über diese Seite) die Banken zwar ihre Kreditstandards verschärft hätten, daraus aber keine Kreditklemme für investitionswillige Unternehmen abgeleitet werden könne.
Das fehlende Vertrauen zwischen den Kreditinstituten und die meist national ausgerichteten Bankenrettungsmaßnahmen erschwerten die Bildung internationaler Bankenkonsortien. Diese sind aber gerade für umfangreichere Finanzierungsprojekte notwendig. Außerdem waren größere Kreditvolumina für Auslandsengagements schwieriger zu erhalten als kleinere. Ähnliche Entwicklungen sind übrigens aktuell wieder zu beobachten, wenn man einer Studie der Dekabank über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die europäischen Immobilienmärkte glauben darf.
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