Kennzahlen, Planung, Klassifikation

Benchmarks schaffen Transparenz

Benchmarks können die Leistungen eines Unternehmens nachhaltig verbessern helfen. Dazu müssen sie aber auf die konkreten Anforderungen im Unternehmens abgestimmt sein und die Ergebnisse unvoreingenommen diskutiert werden.

von Eva-Maria Schielein, am 11. Januar 2012

Ein Benchmark stellt laut der International Software Benchmarking Standards Group (ISBSG) einen Vergleich von Softwareprojekten oder -anwendungen hinsichtlich ihrer Effizienz dar. Der Vergleich beruht auf Kennzahlen, die jeweils aus dem Output der Entwicklung und den dafür benötigten Ressourcen gebildet werden.

Basis für solche Kennzahlen ist die Softwaregröße, die in Function Points standardisiert vermessen werden kann. Der Vorteil solcher Kennzahlen (siehe hierzu: ISO/IEC 14143-1:2007) besteht darin, dass sie belastbare Aussagen ermöglichen. Sie können also herangezogen werden, um best practises oder die eigene Position am Markt zu identifizieren oder um Angebote zu vergleichen.

Transparenz statt Schuldkultur

Unter bestimmten Voraussetzungen eignen sich Benchmarks, um Konflikte zwischen IT-Dienstleistern und Auftraggebern auf einer sachlichen Basis zu lösen: Auftraggeber sehen die Vorschläge des Dienstleisters mitunter als zu teuer und zu langsam an. Der Dienstleister weist indes daraufhin, dass die gestellten Anforderungen einen gewissen Grad an Komplexität mit sich bringen - dieser wird oftmals vom Auftraggeber unterschätzt. Ein Benchmark kann hierbei als Grundlage für einen sinnvollen Kompromiss dienen.

Der mit einem Benchmark verbundene Aufwand lohnt sich allerdings nur dann, wenn die Besonderheiten des Unternehmens berücksichtigt werden. Zudem muss eine offene Unternehmenskultur im Unternehmen vorherrschen: Der Benchmark bringt Schwächen zutage, die einen gewissen Umgang mit Transparenz erfordern. Eine "Schuldkultur" ermöglicht es kaum, aus den ermittelten Schwächen zu lernen (ausführliche Benchmarks zu Finanzprozessen wie Financial Reporting finden Sie auch exklusiv hier auf CFOworld).

Brisanz von Benchmarks

Im schlimmsten Fall führt ein Benchmark sogar zu weiteren Spannungen statt sie zu lösen. Man sollte sich bewusst sein, dass ein Benchmark keinesfalls nur die IT-Abteilung bewertet, sondern ein umfassendes Bild der Organisation erstellt, also auch das Management abbildet. Eine derartige Abbildung der Realität kann dazu beitragen, dass sich die Fronten verhärten.

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