
Der wachsende Zeitdruck, Personal- und IT-Probleme sorgen dafür, dass Berichte aus Tochtergesellschaften immer öfter verspätet und fehlerhaft bei den Konzernzentralen ankommen.
Zu diesem Befund kam jetzt die "European EPM Study" des europäischen Beratungsnetzwerks bpm international, das nach eigenen Angaben 100 europäische Industriekonzerne zu ihren Prozessen und Instrumenten hinsichtlich Konsolidierung, Reporting und Planung befragt hatte.
Demnach sind im Vergleich zu einer früheren Umfrage aus dem Jahre 2006 die Probleme im Reporting von Tochtergesellschaften größer geworden (um welchen Faktor wird leider nicht gesagt).
Eine der wesentlichen Ursachen dafür sind laut der Autoren neue gesetzliche Regelungen und steigende Datenmengen, welche die Bilanzierungsprozesse immer komplexer machen. Manche Mitarbeiter in den Fachbereichen können diese Anforderungen kaum mehr erfüllen, zumal Schulungen häufig zuerst in den Zentralen erfolgen.
Hinzu kommt der Zeitdruck, denn Kennzahlen sollen heute schneller als noch vor fünf Jahren bereitstehen. Immer häufiger werden laut Umfrage auch Rolling Forecasts genutzt, und bereits jedes zweite Unternehmen arbeite mit Flash Reporting, um einen schnellen Überblick über die aktuelle Finanzentwicklung zu erhalten. Außerdem zeichne sich ein Trend ab, dass Töchter Bilanzzahlen monatlich statt quartalsweise zu liefern haben (siehe auch die wissenschaftliche Kritik am Quartalsreporting).
Infolge all dieser Entwicklungen nehmen die Fehler im Reporting zu. Ein zeitraubendes Nachbearbeiten und mehrfaches Versenden zwischen Töchtern und Mutterkonzern sind unvermeidbar (lesen Sie auch unsere internationalen Benchmarks zum Financial Reporting).
Systeme für Performance Management und Business Intelligence (BI), die solche Arbeiten vereinfachen und automatisieren helfen, sind laut Studie zwar auf dem Vormarsch, doch finden sich aktuell immer noch in jedem fünften Unternehmen Insellösungen und Excel-Anwendungen, die wenig zu fehlerfreien und schnellen Datenübermittlungen beitragen (siehe auch wie bislang die Erfolgsquoten von BI-Projekten aus Sicht der Nutzer sind).
Bleiben Sie immer auf dem Laufenden mit unseren Newslettern. Einfach Email-Adresse eingeben und auf "Bestellen" klicken.