Im Visier der Dienstleister

Cloud Computing-Anbieter umgarnen CFOs

Auslagern und nur für IT-Services zahlen, die auch genutzt werden: Das Prinzip Cloud Computing klingt erst einmal gut. Belastbare ROI-Szenarien fehlen aber immer noch.

von Werner Kurzlechner, am 19. Juli 2010

Werbung soll es sein, doch klingt es fast wie eine Drohung: „Lieber CFO, Ihre IT-Infrastruktur steht am Beginn einer wichtigen Veränderung“, heißt es bedeutungsschwanger auf der Homepage des Service-Anbieters enStratus. „Wer die "Cloud-Conversation" mit CIO oder CTO noch nicht geführt hat, sollte dies schleunigst nachholen.“ Diese Worte machen deutlich: Sie als Finanzchef sind ins Visier der Cloud Computing-Anbieter gerückt - diesem angeblichen „IT-Megatrend“. Aber woher wissen, ob es wirklich sinnvoll ist?

Zu viel Intuition, zu wenig Fakten

Das Problem: Die Kampagne zielt bislang mit Wucht auf die Intuition der Zahlenstrategen. Doch das reicht am Ende nicht. Dabei liegt es weniger an der Überzeugungskraft der Auslagerung in die Cloud. Kosten können durch signifikant weniger Ausgaben für Server reduziert werden, weniger Speicherplatz und sogar Strom bei höherer Effizienz der IT-Dienstleistungen sind von Nöten. Doch diese Thesen können die Hersteller bislang nicht mit validen Berechnungen unterfüttern.

„Die Hersteller und Dienstleister arbeiten mit Hochdruck an tragfähigen Lösungen und belastbaren ROI-Szenarien“, stellte IDC-Analyst Rüdiger Spies in einer Prognose zu Jahresbeginn fest. Cloud Computing habe das Potenzial, den IT-Markt in seinen Grundfesten zu erschüttern. „Gleichzeitig stehen die Anbieter unter Druck, das richtige Lizenzmodell zu finden und die Sicherheitsbedenken auszuräumen“, so Spies weiter. Eine weitere Bringschuld sei die Anpassung der Cloud-Angebote an die Bedürfnisse von Großunternehmen.


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