Korruption und Geldwäsche bekämpfen

Compliance als Wettbewerbsvorteil

Mit Compliance-Programmen gelten Unternehmen als wettbewerbsfähiger, so das Ergebnis einer Studie zum Status von Compliance-Aktivitäten. Deren strategische Bedeutung wird daher weiter wachsen.

von Rebecca Fischer, am 3. August 2011

Die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien sowie freiwilligen Kodizes im Unternehmen ist die Disziplin der Compliance. In vielen Unternehmen sorgen entsprechende Abteilungen für die Einhaltung nationaler und internationaler Vorgaben gegen kriminelle Handlungen, wie z.B. Betrug, aber auch bezüglich Marktmissbrauch, Insiderhandel, Geldwäsche oder zum Datenschutz. Compliance gehört außerdem zur ordnungsgemäßen Unternehmensführung (Corporate Governance).

Wachsende strategische Bedeutung

Zwar ist Compliance noch eine sehr junge Disziplin, dennoch wird sie keine kurzfristige Modeerscheinung sein, sondern sich langfristig in den Unternehmen etablieren und ihre strategische Bedeutung wird ebenfalls weiter zunehmen (Zum Verhältnis von Compliance zum Risikomangement hier mehr). So lautet das Ergebnis einer Umfrage, die der eLearning-Anbieter digital spirit unter rund 100 Compliance-Verantwortlichen deutscher Großunternehme durchgeführt hat.

Compliance-Experten gefragt

Dass die Thematik zunehmend mehr Gewicht in deutschen Unternehmen bekommt, kann unter anderem durch die steigende Zahl an Compliance-Abteilungen belegt werden, mit der auch Mitarbeiterzuwachs einher geht. So gaben knapp die Hälfte der befragten Unternehmen an, dass sie bereits einen bis drei Vollzeit-Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigen würden. In jedem zehnten Unternehmen sind es vier bis zehn Mitarbeiter, und in weiteren sieben Prozent sind es sogar bis zu 50 Compliance-Mitarbeiter.

Wettbewerbsvorteil Compliance-Einheit

Dabei gilt Compliance bei rund 80 Prozent der Befragten nicht länger als Modeerscheingung. Ein Unternehmen mit funktionierender Compliance-Einheit wird sogar als wettbewerbsfähiger erachtet, als eines ohne eine solche Einrichtung. Denn allein der Image-Schaden bei einem entdeckten und bestraften Verstoß ist immens.

Über die Hälfte der Teilnehmer meinen, dass sich Compliance-Abteilungen langfristig in den Unternehmen etablieren und sehr wahrscheinlich durch „verwandte“ Themen und Funktionen erweitert werden. Dennoch verzichten viele Unternehmen noch immer auf ein Compliance-Programm, obwohl sie eine geeignete Prävention gegen Wirtschaftskriminalität sind.

Fast alle Unternehmen, die noch nicht über ein eigenes Programm verfügen, planen die Einführung eines unternehmensweiten Integritäts- und Compliance-Programms. Der Schwerpunkt liegt laut der Studie dabei auf Präventionsmaßnahmen in Form von Erstellung und Kommunikation der Richtlinien und des Verhaltenskodex sowie Compliance-Grundlagenschulungen (Testen Sie in unserem Assessment wie optimal Ihre Compliance-Kultur ist).

Mitarbeiter schulen

Ebenso wichtig, wie die Implementierung eines solchen Programms, ist die Akzeptanz der sich daraus ergebenden Verhaltensregeln unter den Mitarbeitern sowie dem mittleren Management. Diese ist gemäß den Befragten im Top-Management bereits erreicht.

Die Zertifizierung des eigenen Compliance-Management-System liegt derzeit noch nicht im Fokus der Befragten, allerdings prüfen 85 Prozent der Unternehmen die Compliance-Maßnahmen ihrer Geschäfts- und Vertriebspartner (Der TÜV Rheinland bietet die Möglichkeit, die Unternehmens-Compliance selbst zu testen).

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