
Compliance-Programme bleiben hierzulande unbeliebt. Nicht einmal jedes zweite Großunternehmen hat entsprechende Vorgaben und Maßnahmen zum eigenen Schutz etabliert.
Ginge es nach Freiwilligkeit und Sympathie, gäbe es heutzutage wohl kaum ein Unternehmen auf der Welt, das sich ein Compliance-Programm und Hinweisgebersysteme auferlegen würde. Solche Maßnahmen, die eigentlich für mehr Schutz gegen Wirtschaftskriminalität und Transparenz in den Unternehmensabläufen sorgen sollen, stehen in dem Ruf aufwändig, teuer und bürokratisch zu sein (mehr zum Ausmaß der Wirtschaftskriminalität hierzulande offenbarte kürzlich eine Studie von KPMG).
Das sich dennoch entsprechende Richtlinien und Kontrollen in den Organisationen verbreiten, sei laut einer aktuellen Untersuchung der Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers (PwC) vor allem gesetzlichen Auflagen geschuldet. So habe in den USA insbesondere der Sarbanes-Oxley Act die Anforderungen an Kontroll- und Präventionsmaßnahmen derart verschärft, dass börsennotierte Unternehmen reagieren mussten.
In Deutschland hingegen seien Großunternehmen, die ein Compliance-Programm implementiert haben, immer noch die Minderheit, attestiert PwC. So sei deren Anteil seit der letzten Studie im Jahr 2007 um lediglich drei Prozentpunkte auf nun 44 Prozent aller Befragten gestiegen. Dem gegenüber stehe eine Mehrheit (57 Prozent), die kein Compliance-Programm habe und dies zumindest in den nächsten zwei Jahren auch nicht einführen wolle. Als Gründe nennen die Befragten einen unverhältnismäßigen Aufwand (54 Prozent), zu viele bürokratische Kontrollen (58 Prozent) und die zu hohe Kosten (53 Prozent), die durch die Einführung eines Compliance-Programms enstehen würden.

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