
Sind Kreditversicherungen noch zeitgemäß oder sollten sich Unternehmen besser auf die Optimierung des Credit Managements konzentrieren? Erfahren Sie, wann sich eine Ablösung lohnt.
Im letzten Beitrag hatte ich bereits skizziert, welchen Faktoren die Preise einer Kreditversicherung beeinflussen und wie man die Gesamtkosten dieser Form der Absicherung gegen den Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermitteln kann.
Ob und in welchem Umfang sich die Ablösung einer Kreditversicherung lohnt, hängt dabei von der Effizienz des eigenen Forderungsmanagements und weiteren Rahmenbedingungen ab (Lesen Sie hier, wie Sie Forderungen wirtschaftlich gestalten).
Generell gilt nach meiner Auffassung für eine vorläufige Einschätzung, dass eine Kreditversicherung sich um so eher nicht lohnt,
• je geringer die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden ist (Stichwort: Clusterrisiko)
• je breiter gestreut die Forderungen auf verschiedenen Kunden aus verschiedenen Branchen sind,
• je geringer das Branchenrisiko der Kunden eingeschätzt wird,
• je werthaltiger gestellte Sicherungsmechanismen sind (z.B. verlängerter Eigentumsvorbehalt, Wechsel, Bürgschaft etc.)
• je kleiner die Forderungen im Vergleich zum Umsatz bzw. des Gesamtforderungsvolumens sind und
• je größer das Unternehmen ist und damit je geringer der Kostenanteil für ein effizientes eigenes Forderungsmanagement ist.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Organisation des Forderungsmanagements. Manche Unternehmen verstehen dies immer noch ausschließlich als professionelles organisiertes Rechnungs- und Mahnwesen. Tatsächlich entspricht dies schon lange nicht mehr einem modernen Verständnis des Forderungsmanagements. Statt Forderungsmanagement wird heute auch immer mehr von Credit Management gesprochen.
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