Der Autokonzern überwacht den Wertbeitrag seiner IT

Daimler setzt auf die Balanced Scorecard

Welchen Wert hat die IT? CIO Michael Gorritz von Daimler hat auf diese Frage für seinen Konzern die Antwort gefunden – dank einer Balanced Scorecard.

von Riem Sarsam, am 16. Februar 2010

Daimler, CIO Michael GorrizFür CFOs ist es die zentrale Frage: Welchen Ertrag liefern IT-Investitionen am Ende? Daimler-CIO Michael Gorriz, gerade zum Besten seiner Zunft im Jahre 2009 gekürt, weiß darüber Bescheid. Und er vertraut einem Instrument mit ramponierten Ansehen: der Balanced Scorecard. Sie präsentierte nur alte Resultate und kratze dabei nur an der Oberfläche, heißt es oft.

Scorecard ist aktuell und "sehr operativ"

Nicht für Michael Gorriz: Er sieht durchaus viele positive Seiten an einer Balanced Scorecard. Richtig angewendet, unterstützt sie die Strategie, kann durchaus aktuell sein und „sehr operativ“.

Unternehmenskultur: Fehler sind sichtbar

Und: Warum soll nicht auch in der Administration möglich sein, was in der Produktion des Automobilherstellers schon seit langem selbstverständlich ist? Ein Blick in die Fertigungsherstellung zeigt ein großes Ziffernbord, das hoch oben montiert ist – von allen sichtbar. Es zeigt an, wie der Stand der Produktion gegenüber dem Soll ist, in welcher Geschwindigkeit das Band läuft und – und das stelle man sich mal für die Verwaltung vor – das Bord zeigt, wo wem ein Fehler unterlaufen ist.

"BSC lässt sich nicht überstülpen" 

Wie könnte nun das Pendant einer solchen Kontrolle für das Management der IT aussehen? Vor rund acht Jahren begann die IT diese Frage zu diskutieren und die Antwort lautete: eine Balanced Scorecard, kurz BSC, die die wesentlichen Prozesse in der IT sichtbar macht.
„Das lässt sich nicht einfach über eine Organisation stülpen“, warnte Gorriz die Zuhörer. Auch die Organisation des Unternehmens ist für die Umsetzung der BSC nicht entscheidend. „Wichtig ist die Ablauforganisation.“

Ziele müssen nachvollziehbar sein

Auch die Frage, welche Kriterien ausgewählt werden sollen, spielt eine zentrale Rolle, und wie und warum sie gemessen werden. Die Ziele müssen nachvollziehbar sein, sonst wird das zentrale Anliegen scheitern: die Arbeit der IT sichtbar zu machen und damit auch ihre Erfolge nachweisen zu können.

Mitarbeiter generieren Werte ganz nebenbei

Um weltweit einen Überblick zu bekommen, müssen also einheitliche Prozesse geschaffen werden. Diese können dann von Tools unterstützt werden, die von allen Mitarbeitern gleich verstanden werden und die entsprechende Werte aus der täglichen Arbeit – quasi nebenher – generieren können.

Messungen über Business Cases

Gorriz führte einige Beispiele an, welche Werte die IT-BSC von Daimler ausweist: Gemessen werden die Köpfe – ergo die Ressourcen. Gemessen wird, wie sicher die Applikationen sind. Dies erfolgt anhand der Zahl der Security Assesments. Oder wie viele positive Business Cases die IT-Projekte bringen. „Mein persönliches Hobby“, schmunzelt Gorriz.
Wie viele Innovationen liefert eigentlich die IT, lautet eine andere Frage. Wie unterstützt sie das Geschäft. Mit anderen Worten: wo der Hebel der IT ist. Beispielsweise anhand der ausgefallenen Arbeitsstunden (hören Sie auch, wie Sie vom IT-Benchmarking profitieren können).

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