
Der ehemalige CFO der Quelle-Tochter Primondo hat Deutschland im November den Rücken gekehrt. Er wechselte zum Konkurrenten Otto und zog nach Chicago. Dort arbeitet er heute als COO beim Einrichtungshaus Crate & Barrel. Wir sprachen mit Sascha Bopp über die Vergangenheit, kulturelle Unterschiede und die Zukunft ohne deutsches Brot.
CFOworld: Herr Bopp, seit November sind Sie bei Crate & Barrel in Chicago, weit weg vom Tumult um Quelle und Primondo. Sehen Sie eine Niederlage hinter sich?
Nachdem wir im Juni Insolvenz für Primondo, die Servicegesellschaften und Quelle anmelden mussten, lag die Gestaltung der Zukunft der Gruppe nicht mehr in unseren Händen. Einer unserer Insolvenzverwalter sagte mir damals: „Aus einer Holding wird in der Insolvenz ein Hohlding.“ Das hat sich als sehr richtig herausgestellt. Jede Insolvenz ist natürlich eine bittere Niederlage für die Geschäftsführung, unabhängig davon, wie es dazu gekommen ist.
CFOworld: Wie kam der Wechsel nach Amerika?
Ich war zwar überzeugt, dass Primondo und Quelle eine Zukunft haben würden, dennoch entschied ich mich Mitte August für einen Wechsel. Bei Crate and Barrel war die COO Position vakant und der Vorstand der Otto Group schlug mich in Chicago aufgrund meiner USA-Erfahrung als Kandidat vor. Crate and Barrel ist eine fantastische Marke mit tollen Produkten und einer ausgezeichneten Unternehmenskultur. Meine Frau und ich waren in Boston schon vor 15 Jahren begeisterte Crate and Barrel Kunden, sodass die Idee dort zu arbeiten sehr verlockend war.

Ich glaube, dass jeder, der wie ich lange Jahre in den USA gelebt hat, diesen Wechsel nachvollziehen kann. Außerdem ist Chicago eine tolle Stadt, solange man im Winter warm angezogen ist!
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