
Der Durchschnittstäter ist der männliche Mittvierziger, verheiratet, überdurchschnittlich gebildet – und er gehört seinem Unternehmen schon etwa zehn Jahre an. Das ist bereits in den letzten Jahren aus den Studien von PWC, KPMG oder Steria Mummert hervor gegangen. Die Kanzlei RölfsPartner aber veröffentlichte jetzt in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig eine Studie, die vier konkrete Tätertypen beschreibt.
Sein Chef hatte ihm gesagt, dass die Abteilung womöglich umstrukturiert werde. Und dass er gute Arbeit geleistet habe, aber nun müsse jeder seinen Teil beitragen. Was das genau heißen sollte, wusste Schulz nicht. Nur, dass es nichts Gutes war. Verärgert waren seine Augen der Hand von Müller, seinem Chef, gefolgt, die dieser ihm noch väterlich auf die Schulter gelegt hatte.
„Arroganter Sack“, dachte sich Schulz dabei, „ hat doch keine Ahnung, wie ich mich hier hoch gekämpft habe, bevor er mit seinen Wurstfingern fettige Abdrücke auf dem Schreibtisch hinterließ, an dem ich hätte sitzen sollen.“ Schulz ärgerte sich nicht zum ersten Mal – und plötzlich kam ihm eine Idee: Die Visitenkarte, die ihm ein Kollege von der Konkurrenz vor ein paar Wochen zugesteckt hatte. Damals hatte er das Angebot noch empört abgewiesen. Aber um die Ordner mit den vertraulichen Daten kümmerte sich Müller sowieso nie, Schulz machte ja alles. „Der wird sich wundern, was man in einer seiner angeordneten Nachtschichten alles bewegen kann“, sagte sich Schulz. „Und dass er die Kontrollen aus Spargründen abgeschafft hat, wird ihn den Kopf kosten.“
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