Checkliste und Praxiserfahrungen

Der K(r)ampf mit der Datenqualität

Fachbereiche und Vorstand sind auf verlässliche und vollständige Daten angewiesen. Doch oft ist die Datenqualität schlecht. Ein systematisches Daten-Management ist nötig. Hierzu Tipps und Trends aus der Praxis.

von Martin Bayer, am 29. März 2010

Schlechte Datenqualität kann viele Folgen haben: an den Kunden vorbei zielende Marketing-Kampagnen, fehlgeleitete Rechnungen und falsche Entscheidungen aus Mangel an validen Informationen. Im schlimmsten Fall gerät die Geschäftsgrundlage einer Firma ins Wanken – sei es, weil die Kunden weglaufen, sei es, weil das Risiko rechtlicher Verstöße unterschätzt wurde. Die komplexe Aufgabe des Informations-Managements sollte also nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Kriterien für gute Datenqualität

Wer eine gute Datenqualität erreichen will, muss auf eine Reihe von Kriterien achten:

  • Korrektheit: Die Daten müssen mit der Realität übereinstimmen.
  • Konsistenz: Ein Datensatz darf in sich und zu anderen Datensätzen keine Widersprüche aufweisen.
  • Zuverlässigkeit: Die Entstehung der Daten muss nachvollziehbar sein.
  • Vollständigkeit: Ein Datensatz muss alle notwendigen Attribute enthalten.
  • Genauigkeit: Die Daten müssen in der jeweils geforderten Exaktheit vorliegen (Beispiel: Nachkommastellen).
  • Aktualität: Alle Datensätze müssen jeweils dem aktuellen Zustand der abgebildeten Realität entsprechen.
  • Redundanzfreiheit: Innerhalb der Datensätze dürfen keine Dubletten vorkommen.
  • Relevanz: Der Informationsgehalt von Datensätzen muss den jeweiligen Informationsbedarf erfüllen.
  • Einheitlichkeit: Die Informationen eines Datensatzes müssen einheitlich strukturiert sein.
  • Eindeutigkeit: Jeder Datensatz muss eindeutig interpretierbar sein.
  • Verständlichkeit: Die Datensätze müssen in ihrer Begrifflichkeit und Struktur mit den Vorstellungen der Fachbereiche übereinstimmen.

Wie wichtig ist die Datenqualität?

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen hat mittlerweile erkannt, wie wichtig eine gute Datenqualität für das eigene Geschäft ist. Über 90 Prozent der Befragten gaben im Rahmen einer exklusiven COMPUTERWOCHE-Umfrage an, die Qualität der Daten sei ein Thema, das eigene Fach- und IT-Abteilungen beschäftige. Fast ein Drittel bekräftigte, sich sogar in starkem Maß um den Zustand der Firmeninformationen zu kümmern. Auch über die Folgen eines schlechten Daten-Managements herrscht Einigkeit. 92 Prozent der über 200 interviewten Manager gehen davon aus, das eigene Business würde unter schlechten Daten leiden.

Andere Umfragen bestätigen diese Einschätzungen. So hatte eine Befragung von Pierre Audoin Consultants (PAC) vom vergangenen Jahr in der deutschen Banken- und Versicherungsbranche ergeben, dass fast alle Unternehmen hochwertige Daten als strategischen Vermögenswert einschätzen. Gerade im Finanzsektor sei eine solide Datenbasis von entscheidender Bedeutung, sagen die PAC-Analysten. Neben einer fundierten Entscheidungsgrundlage gehe es den rund 60 von PAC befragten Managern vor allem darum, die zahlreichen Compliance-Vorschriften zu erfüllen (viele Manager weltweit arbeiten indes auf einer brüchigen Datenbasis)

Fazit: Fast alle Unternehmen bewerten eine gute Datenqualität als existenzielle Grundlage für das eigene Geschäft.


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