Deutschland AG am Ende

Deutsche Bank verkauft Daimler-Anteile

Die Beteiligung der Deutschen Bank am Stuttgarter Autobauer Daimler ist beendet. Der Verkauf der Aktien bringt der Bank einen Sondergewinn von 110 Millionen Euro ein.

von Alexa von Busse, am 29. Oktober 2009

Die Deutsche Bank hat die jahrzehntelangen finanziellen Beziehungen zum Autobauer Daimler im dritten Quartal 2009 vollständig beendet. Zum Ende des zweiten Quartals hielt die Bank nur noch 0,9 Prozent Aktien – eine Folge der kontinuierlichen Reduzierung in den vergangenen Jahren. Und die Strategie geht auf: Der Handel mit Wertpapieren brachte im dritten Quartal 4,4 Milliarden Euro - soviel wie noch nie in dieser Jahreszeit - da Firmen und Staaten im Rekordvolumen Fremd- und Eigenkapital aufnahmen. Dennoch ist Deutsche Bank-Chef Ackermann vorsichtig: „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist nach wie vor anfällig.“ Weil der Höhepunkt der Belastungen im Kreditgeschäft noch erwartet wird, stockte das Institut ihre Risikovorsorge auf 544 Millionen Euro auf.

Deutschland AG am Ende

Die Kapitalverbindung zwischen Deutscher Bank und Daimler war einer der wichtigsten Bausteine der sogenannten "Deutschland AG", der Verflechtung großer Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen. Wie viele Spitzenmanager innerhalb des Geflechts saß auch der frühere Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper lange im Aufsichtsrat von DaimlerChrysler. Sein Erfolg trübte sich nach der Insolvenz de Bauunternehmers Jürgen Schneider, dem die Deutsche Bank auch aufgrund persönlicher Beziehungen übermäßige Kredite gewährt hatte. Die Pleite von etwa 50 Millionen Euro bezeichnete Kopper damals als "Peanuts", was seinem und dem Image seiner Bank deutlich schädigte. Die Deutsche Bank hält nun nur noch kleinere Beteiligungen an Unternehmen außerhalb des DAX-Leitindexes.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung, manager-magazin, reuters

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