
Wie schnell Sie Ihr Geld bekommen, hängt von der vereinbarten Zahlungsmethode ab. Lesen Sie, welche Instrumente Kreditverantwortliche schätzen oder eher ablehnen.
Das Arsenal an Zahlungsmethoden und ihre jeweiligen Vorteile und Risiken ist eine Wissenschaft für sich. Dass es dabei nicht nur eine Lösung gibt, zeigte kürzlich eine Befragung von 215 Credit Managern durch den VfCM.
Und diese gaben sich ganz pragmatisch und schnörkellos: Die Vorauskasse ist mit 142 Nennungen die mit Abstand beliebteste Methode, sich das Geld von Kunden und Lieferanten zu holen - vorausgesetzt diese machen mit. Auf Platz zwei der bevorzugten Methoden, ans eigene Geld zu kommen, folgt die vom Kunden initiierte Banküberweisung (93 Nennungen).
Weitere häufig genannte Ansätze sind der Bankeinzug im BtB-Format (89mal) sowie der normale Bankeinzug (54mal). Eine Zahlung bei Lieferung, egal ob bar oder per Banküberweisung, kommt hingegen seltener in die Tüte, und auch vergleichsweise risikoreichere Zahlungsmethoden werden derzeit lieber vermieden. Insgesamt sei aber festzustellen, dass die Bandbreite der genutzten Zahlungsmethoden derzeit sehr groß ist, attestiert der VfCM. So gab es allein 208 Nennungen für "Sonstiges" (siehe Grafik).

Quelle: VfCM
Ein breites Spektrum zeigt sich aktuell auch bei den eingesetzen Instrumenten zur Risikomminimierung. Besonders beliebt sind dabei Instrumente des Risikotransfers wie Bankgarantien (117 Nennungen), Warenkreditversicherung (95 Nennungen), Unternehmensgarantien und das Factoring von Rechnungen. Letzteres allerdings rangiert mit 28 Nennungen mit weitem Abstand hinter den anderen Zahlungsmethoden (mehr zur Unternehmensfinanzierung finden Sie hier).
Interessant war auch die Frage an die Credit Manager, ob sie länderspezifische Unterschiede bei den Methoden im Credit Management erleben. Diese Frage beantworteten die Finanzexperten jedoch eher vage. Sie verwiesen allgemein darauf, dass es natürlich die jeweils unterschiedlichen Rechtsgrundlagen und kulturelle Unterschiede zu beachten gelte sowie manche Zahlungsvarianten im Auslansgeschäft überhaupt keine Akzeptanz finden. So ist etwa die Vorauskasse in Westeuropa weitaus weniger beliebt ist als in anderen Regionen.
Zuletzt wollte der VfCM noch wissen, inwiefern Credit Manager für die Anwicklung von Zahlungen und Verbindlichkeiten spezielle Softwarelösungen einsetzen, also inwieweit die Prozesse letztlich automatisiert sind. Hier zeigten sich Defizite. So gaben 133 der Befragten an, derzeit keine speziellen Systeme im Einsatz zu haben, 83 Befragte räumten aber ein, entsprechende neue Systeme und Prozesse einführen zu müssen.
Innerhalb der letztgenannten Gruppe wurde vor allem in Credit-Management-Software investiert (17 Nennungen). Weitere häufiger genannte Maßnahmen waren die Optimierung und Anpassung der Mahnläufe sowie die Anpassung und Überprüfung der Zahlungsbedingungen. Zudem wurde aktuell auch neue Software für das Kundenmonitoring implementiert.
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