Weltweite Umfrage unter CEOs

Die Reue nach den Stellenkürzungen

Nach dem Personalabbau ist manchem CEO mulmig zumute, wie es um die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens und den Kompetenzen der verbliebenen Mitarbeiter steht.

von Sascha Alexander, am 6. Mai 2010

Die Sparmaßnahmen in Folge der Wirtschaftskrise haben weltweit einen erheblichen Personalabbau zur Folge gehabt. Wie drastisch die Auswirkungen sind, zeigte kürzlich der 13th Annual Global CEO Survey von PricewaterhouseCoopers, für den die Wirtschaftsprüfer im vierten Quartal des Jahres 2009 weltweit rund 1200 CEOs befragten.

Autobauer, Fertigung und Medien entlassen weiter

Demnach wurden im vergangenen Jahr in 90 Prozent aller westeuropäischen Unternehmen Kostensenkungprogramme aufgelegt, die in 57 Prozent aller Fälle auch einen Stellenabbau einschlossen. Zwar scheint mittlerweile das Schlimmste vorbei, und 40 Prozent der befragten CEOs wollen ihren Headcount im Jahr 2010 wieder erhöhen. Doch ihnen gegenüber stehen immer noch 25 Prozent der Unternehmenslenker, die für das laufende Jahr mit weiteren Entlassungen rechnen. Die trifft laut Studie vor allem auf die Automobilindustrie, die industrielle Fertigung sowie den Medien- und Unterhaltungssektor zu.

Kernkompetenzen in Gefahr

Derweil steht für PWC bereits fest, dass die Entlassungswellen aus der Vergangenheit sich noch Jahre auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken und ihre wirtschaftliche Erholung verlangsamen werden. Tatsächlich beschleicht auch viele CEOs ein ungutes Gefühl. Jeder zweite äußerte in der Umfrage Bedenken, ob sein Unternehmen aktuell noch über die erforderlichen Kernkompetenzen verfüge.

CEOs vermissen Risikobereitschaft und Flexibiltät

Wie tief der Zweifel steckt, belegt auch die Ansicht vieler CEOs. ihre Mitarbeiter besäßen nicht die Fähigkeiten und Fertigkeiten, um unter den veränderten Rahmenbedingungen der Post-Krisen-Ära erfolgreich zu agieren. Hierzu zählen die CEOs Eigenschaften wie Risikobewusstsein, die Anpassungsfähigkeit an Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse  sowie die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen (gefragt sind auch Interim Manager).

Mehr Geld für die Talentsuche

Immerhin belässt es die Mehrheit der Unternehmenslenker nicht bei dieser Generalkritik - zumal sie diesen Zustand nicht zuletzt durch ihre eigenen Entscheidungen herbeigeführt haben. Vielmehr wollen 76 Prozent der Firmenchefs in der kommenden Zeit wieder mehr in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. So setzen über 70 Prozent der Firmenchefs in Westeuropa auf ein ausgeklügelteres Talentmanagement, für das immerhin 60 Prozent auch mehr Geld bereitstellen wollen. Letzteres soll zugleich auch für die Weiterbildung der eigenen Führungskräfte dienen.

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