Unternehmensfinanzierung

Die zehn größten Kapitalerhöhungen

Das Jahr 2008 hat Börsengeschichte geschrieben: Sieben der zehn größten Kapitalerhöhungen wurden im Vorkrisenjahr getätigt, eine sogar in 2009.

von Alexa v. Busse, am 30. April 2010

VW legte in diesem Jahr wieder los mit den großen Frischgeldmengen: Gut vier Milliarden Euro sollten durch die Ausgabe neuer Aktien im März zusammen kommen. Doch damit spielt der Autoriese noch nicht ganz mit in der Champions League: Die kleinste der zehn größten Kapitalerhöhungen der Börsengeschichte beginnt bei gut sechs Milliarden Euro.

Platz 10: Anheuser-Busch InBev

Die fusionierte Anheuser-Busch InBev S.A. gibt am 24. November 2008 bekannt, dass sie beabsichtigt, 986 Millionen neue Aktien zu verkaufen, um den Zusammenschluss zum weltgrößten Brauereikonzern mit zu finanzieren. Eine Woche zuvor hatte der belgische Brauereikonzern InBev S.A. die 52 Milliarden Dollar schwere Übernahme seinen US-Mitbewerbers Anheuser-Busch Cos. Inc. erfolgreich abgeschlossen. Die Verkäufe bringen am Ende rund 6 Milliarden Euro ein.

Platz 9: Société Générale

Die französische Bank Société Générale will im Februar 2008 rund 5,5 Milliarden Euro mit neuen Aktien einnehmen. Das angeschlagene Institut gibt 116 Millionen Aktien zum Stückpreis von 47,50 Euro aus. Die Summe entspricht in etwa dem Betrag, den der Aktienhändler Jérôme Kerviel der Bank durch betrügerische Spekulationen an Schaden zugefügt hatte.

Die zehn größten Kapitalerhöhungen der Börsengeschichte

Quelle: Thomson Reuters Data

Platz 8: Banco Santander

Anfang November 2008 droht die Kapitalerhöhung der Banco Santander zu scheitern. Die spanische Großbank hatte eine Kapitalerhöhung um 25 Prozent und die Ausgabe neuer Titel im Wert von 7,2 Milliarden Euro verkündet. Doch zu Beginn der Zeichnungsfrist fällt die Aktie um 37,5 Prozent auf fünf Euro pro Stück.

 

Platz 7: Credit Agricole

Die französische Großbank Credit Agricole muss sich im Mai 2008 infolge einer Milliardenabschreibung wegen der Finanzmarktkrise neues Kapital in Höhe von fast sechs Milliarden Euro besorgen. Im ersten Quartal hatte die Bank wegen ihrer Anlagen in Subprime-Wertpapiere 1,2 Milliarden Euro abgeschrieben. Im Juni geraten die neuen Aktien unter Druck. Am 6. Oktober 2009 gibt die Großbank bekannt, dass sie eine weitere Kapitalerhöhung anstrebt – dieses Mal über 4,8 Millionen Euro. Sie will Staatshilfen zurückzahlen und eventuelle Zukäufe finanzieren.

 

Platz 6: Imperial Tobacco

Imperial Tobacco hatte im Januar 2008 die spanische Altadis für 12,6 Milliarden Euro übernommen und kündigt im Mai eine Kapitalerhöhung um 50 Prozent zur Finanzierung der Transaktion an. Mit dem geplanten Erlös von 4,9 Milliarden Pfund soll ein Teil der für die Übernahme aufgenommenen Kredite zurückgezahlt werden. Die Nettoverschuldung zum 30. Juni beziffert Imperial auf unter 12 Milliarden Euro.

 

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