Forderungen, Liquidität, Bonusprogramm

E-Plus steuert sein Working Capital

Der Mobilfunkanbieter E-Plus optimiert mit American Express seine Zahlungsströme und verbessert damit sein Working Capital um mehrere Millionen Euro. Und für Partner gibt es eine Belohnung.

von Redaktion CFOworld, am 12. Juli 2011

Als Mehrmarkenunternehmen im deutschen Mobilfunk betreut die E-Plus-Gruppe heute mehr als 21 Millionen Kunden und erwirtschaftete mit seinen über 2.650 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden Euro.

Für einen positiven Cash Flow und steigende Profitabilität sorgt dabei ein aktives Working Capital Management, für das Executive Director Finance & Accounting Roland Gutsche und sein Team verantwortlich sind.

Für den regelmäßigen Zahlungsverkehr heißt das vor allem, Forderungsaußenstände gegenüber Kunden so niedrig wie möglich zu halten und gleichzeitig lange Zahlungsziele mit Lieferanten zu vereinbaren (siehe auch wie der Papiergroßhändler Papyrus von einem integrierten Forderungsmanagement profitiert).

Konstantes Working Capital

Diese Vorgaben waren früher aufgrund gegenläufiger Interessen nicht immer zufriedenstellend umsetzbar. Daher entschied sich letztlich die E-Plus-Gruppe zur Einführung einer speziellen Working-Capital-Lösung des Kreditkartenanbieters American Express, die seit 2007 im Einsatz ist: "Wir haben es nicht zuletzt dieser Lösung zu verdanken, über das Jahr hinweg stets ein positives Working Capital zu generieren. Das ist – nicht nur bezogen auf unsere Branche – etwas Besonderes", versichert Gutsche.

Dank der Lösung konnte E-Plus seine Bilanzkennzahlen sowie unternehmensinterne und externe Beziehungen verbessern und den Unternehmenswert zu steigern. Das Working Capital verbesserte sich laut Gutsche um mehrere Millionen Euro (siehe auch die Diskussion, was eigentlich ein optimales Working Capital ist).

Alle Beteiligten profitieren

Die Umsetzung der Lösung erfolgte in enger Abstimmung mit Einkauf und Vertrieb sowie den Kunden und Dienstleistern. Gutsche sei es dabei vor allem wichtig gewesen, die guten Geschäftsbeziehungen zu Großkunden und Lieferanten nicht durch eine automatisierte Lösung zu gefährden, was offenbar gelang: „Mit der Working Capital-Lösung können wir heute die Verwaltung von Forderungen und Verbindlichkeiten so optimieren, dass keine Verhandlungen über Zahlungsziele geführt werden müssen.“

Forderungsaußenstände deutlich senken

Ein Vorteil der Lösung ist es, dass der Verkäufer sein Geld bereits nach fünf Banktagen von American Express erhält. Das kam zunächst den Lieferanten von E-Plus entgegen, die durch vertraglich vereinbarte Zahlungsziele bis dato deutlich länger auf ihr Geld warten mussten.

Für an Großhändler gelieferte Ware erhielt E-Plus den Rechnungsausgleich im selben Zeitraum. So konnten die Forderungsaußenstände in kurzer Zeit von sechzig auf knapp fünf Tage gesenkt werden.

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