Risiken und Gegenmaßnahmen

Emails bedrohen Unternehmen und Job

Beim geschäftlichen E-Mail-Verkehr läuft Vieles schief. Die wirtschaftlichen, juristischen und persönlichen Gefahren sind groß. Klare Vorgaben, Technik und mehr Aufklärung können helfen.

von Georg Disterer, Gerhard Knolmayer, am 17. Mai 2010

Die inner- und überbetriebliche Kommunikation per E-Mail wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Damit wachsen auch die Risiken, durch eine unangemessene oder falsche Nutzung dieses Kommunikationskanals dem eigenen Unternehmen große wirtschaftliche Schäden beizufügen.

Lockerer Umgangston und die Folgen

Beispielsweise können interne und vertrauliche Informationen über Kunden und Lieferanten unbemerkt entweder gezielt oder versehentlich an Dritte geleitet werden. Der eher lockere und oft informelle Jargon in E-Mails kann Mitarbeiter dazu verleiten, Ausdrücke zu verwenden, die aus dem Zusammenhang gerissen missverständlich, unangemessen oder verletzend wirken. Auch widersprechen die in internen E-Mails vermittelten Informationen bisweilen der offiziellen Darstellung eines Unternehmens. Auf diese Weise können Mitarbeiter versehentlich, irrtümlich oder vorsätzlich Schaden anrichten (mehr zum flotten, falschen Ton finden Sie hier).

Email soll Vertauen verstärken

Besonders heikel ist dies für Finanzdienstleister, denn sie kennen Details zur wirtschaftlichen Situation von Geschäfts- und Privatkunden und verfügen über viele sensible Daten. Eine wesentliche Grundlage ihrer Geschäftstätigkeit sowohl im Absatz- als auch im Kapitalmarkt ist zudem das Vertrauen ihrer Kunden und die Reputation.

So arbeiten Deutsche und Schweizer mit E-Mail

Das Risiko ist demnach erheblich. Um einen genaueren Einblick zu bekommen, wie Unternehmen E-Mails nutzen, haben die Fakultät für Wirtschaft und Informatik der Fachhochschule Hannover und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern eine empirische Untersuchung bei deutschen und Schweizer Großunternehmen durchgeführt. Dazu wurden mehr als 800 Fragebögen an Aufsichtsratsvorsitzende beziehungsweise Präsidenten von Verwaltungsräten versandt. 95 Bögen wurden beantwortet.

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