
Wo sehen Familienunternehmen derzeit die größten Probleme und Gefahren für sich? Eine Umfrage vermittelt einen kleinen Einblick in die betriebliche Praxis.
Die Finanzierung, externe Manager und interne Spannungen sowie die Unternehmensübergabe sind die Themen, die Familienunternehmen derzeit besonders umtreiben. Dies ergab die Umfrage "Familienunternehmen 2010/2011" des Beratungshauses Auxilion, an der 127 Führungskräfte teilnahmen.
Innnerhalb dieser Themenfelder ist laut 67 Prozent der Befragten die Finanizierung die größte, für weitere 26 Prozent zumindest teilweise eine Herausforderung. Familienunternehmen legen Wert auf eine hohe Eigenkapitalquote, um ihre Unabhängigkeit und die langfristige Sicherung des Unternehmens zu gewährleisten, so die Studienautoren.
Für die zusätzliche Finanzierung reichten in der Vergangenheit Rücklagen, Gesellschafterdarlehen oder Rückstellungen meist aus, die bei größeren Projekten um Kredite der Hausbank ergänzt wurden. Nach der Bankenkrise und aufgrund von Basel II sind die Banken jedoch mittlerweile deutlich risikoaverser, verlangen höhere Sicherheiten und haben die Finanzierungskosten in die Höhe geschraubt (zum Stand der Dinge bei der Finanzierung in Deutschland, finden Sie hier mehr Informationen). Familienunternehmen sind daher heute bei der Außenfinanzierung stärker auf moderne Finanzierungsinstrumente z. B. über den Kapitalmarkt angewiesen (Lesen Sie, welche Finanzierungsformen es neben dem Bankkredit gibt).
Großen Diskussions- und Regelungsbedarf gib laut der Befragung auch wenn es um den Einsatz externer Manager im Familienunternehmen geht. Auch hier ist die volle Zustimmung (64 Prozent) oder zumindest teilweise Zustimmung (29 Prozent) äußerst hoch (lesen Sie uch, was Interim Manager alles können müssen).
Externe Manager sind dann gefragt, wenn es keinen geeigneten Nachfolger innerhalb der Familie gibt. Dies Brisanz liegt nun darin, dass Manager anders als in Kapitalmarktunternehmen betriebswirtschaftlich notwendige Entscheidungen nicht so einfach durchsetzen können. Vielmehr gilt es viele ungeschriebene Gesetze, das ausgeprägte Wir-Gefühl oder das engere Miteinander von Führung und Belegschaft zu beachten, die für die nachhaltige, werteorientierte Ausrichtung der Familienunternehmen wichtig sind (vieles davon ist allerdings auch mehr ein Mythos - zumindest wenn man sich die wirtschaftlichen Ergebnisse anschaut).

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