Umfrage von KPMG

Firmenübernahmen belasten die Bilanz

Hoher Goodwill und immaterielle Vermögenswerte können künftig für eine erhebliche Ergebnisbelastung in der Unternehmensbilanz sorgen mahnen die Wirtschaftsprüfer.

von Sascha Alexander, am 20. Oktober 2009

Firmenübernahmen in der Vergangenheit könnten manche Unternehmen in nächster Zeit die Bilanz kräftig verhageln. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine KPMG-Studie, für die 342 Transaktionen vergangener Jahre in 14 verschiedenen Branchen unter die Lupe genommen wurden.

Demnach ist vor allem in Branchen, bei denen ein bedeutender Anteil des Kaufpreises üblicherweise auf immaterielle Vermögenswerte entfällt,  mit erheblichen planmäßigen Abschreibungen zu rechnen. Vor allem in der Konsumgüter- (57 Prozent) und in der pharmazeutischen Industrie (45,1 Prozent) sowie in der Medienindustrie (43,5 Prozent) liege dieser Anteil besonders hoch.

Web-Unternehmen mit dem größten Goodwill

Der relative Anteil des bilanzierten Geschäftswertes (Goodwill) beträgt in vielen Branchen im Verhältnis zu den Kosten des Unternehmenszusammenschlusses mehr als 50 Prozent. Den höchsten Goodwill-Anteil verzeichnen Internet & E-Commerce-Unternehmen (70,4 Prozent), die Bau- und die Softwarebranche (68,4 bzw. 62,5 Prozent). Dahinter folgen Transport & Logistik (58,8 Prozent) und Telekomanbieter (56 Prozent).

Dieser relativ hohe Anteil steigert in den betroffenen Unternehmen besonders in Zeiten des konjunkturellen Abschwungs oft das Risiko für außerplanmäßige Abschreibungen auf den Geschäftswert, so die Wirtschaftsprüfer.

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