Facility Management

"Glaubt der CFO an uns?"

Facility Management: "Glaubt der CFO an uns?"

Auf dem Facility Management Nutzerkongress in Düsseldorf stellte die Branche ihre eigene Bedeutung zur Diskussion. Vieles sei von guten Beziehungen zu Vorständen und Betriebsräten abhängig, lautet ein Fazit. CFOworld führte Protokoll.

25. Apr 2012

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„Wir sind nun mal nicht die Wichtigsten“, sagte Michael Lamprecht, Leiter Infrastruktur/Technischer Service bei der DB Services Immobilien GmbH, „und wir kommen eben nicht ohne Betriebsrat und Vorstand aus. Wir dürfen uns daher nicht zu fein sein, uns in die zweite Reihe zu stellen – auch dort ziehen wir an wichtigen Fäden."

Der diesjährige Facility Management Nutzerkongress (fmn12) eröffnete mit einer kontrovers geführten Podiumsdiskussion über die eigene Reputation. Die Moderation übernahm Holger Knuf von i²fm, dem Veranstalter des Kongresses.

Branche emanzipieren

„Hat sich Facility Management (FM) gut entwickelt, weil wir die Betriebskosten senken konnten?“, fragte Robert Oettl, Geschäftsführer der cgmunich GmbH, in die Runde. Die Frage sei irreführend, empfand Peter Fühles, Leiter Standortentwicklung bei der Schott AG: Die reine Fokussierung auf Betriebskosten hindere an der Emanzipation des FM. „Wir kommen aber nicht darum, auch über die Kosten zu sprechen“, erwiderte Oettl. Man diskutiere weiterhin sehr kostengetrieben, pflichtete Fühles bei.

Kapitalbindung einbeziehen

„Wir müssen als intelligenter Dienstleister auftreten“, sagte Martin Chaumet, Leiter Konzernimmobilien der RWE Service GmbH. Anders könne man die Diskussion um Betriebskosten nicht beenden. Finanzvorstände würden aus bilanziellen Gründen oftmals Investitionen der Instandhaltung vorziehen. „Entscheidende Bezugsgröße sind die Gesamtkosten. Wir müssen uns auch mit Themen wie der Bindung und den Kosten von Kapital beschäftigen. So lässt sich der Fokus verschieben.“

Laut Lamprecht sieht man bei DB Services Immobilien GmbH mittlerweile von Diskussionen um die Betriebskosten ab: „Wir verringern derzeit unsere Flächen. Wir erreichen damit mehr als mit weiteren Bemühungen, die Betriebskosten zu senken.“ Ob dies auch vom Vorstand getragen werde, wollte Moderator Knuf wissen? „Es wurde so gemeinsam mit dem Vorstand vereinbart und ja, auch getragen“, antwortete Lamprecht.

Politische Kosten

Karsten McGovern vertrat als erster Kreisbeigeordneter im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf die öffentliche Hand in der Runde. „Einsparungen stoßen stets auf Widerspruch, öffentliche Mehrausgaben stellen daher regelmäßig politische Kosten dar“, berichtete er. Dass das gesparte Geld für andere Investitionen bereitstünde, spiele dabei keine Rolle. „Solche Überlegungen sind zu fachspezifisch, als dass eine öffentliche Diskussion geführt werden könnte“, so McGovern weiter. Es könnten mitunter bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn Politiker die Ressourcen im Stillen schöpfen.

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