
Der Markt für Facility Services entwickelt sich: Bewährte Dienstleister dürfen mitunter sensible Aufgaben übernehmen, Nachhaltigkeit wird zunehmend nachgefragt. Analysten sprechen jedoch von Sättigung.
Laut der German Facility Management Association (GEFMA) zählt das Facility Management mit einer Bruttowertschöpfung von 112 Milliarden Euro zu den Kernbranchen der deutschen Wirtschaft. Externe Dienstleister setzten im Jahr 2011 etwa 57 Milliarden Euro um - siehe hierzu die Studie Führende Facility-Service-Unternehmen in Deutschland von Lünendonk. Anbieter von vorwiegend infrastrukturellen und technischen Dienstleistungen weisen für das Geschäftsjahr 2010 einen um 8,5 Prozent gestiegenen Umsatz gegenüber dem Vorjahr aus.
Die Branche entwickelt sich positiv. Allerdings liegen die obigen Werte weit entfernt von den Ergebnissen vor den Jahren 2008 und 2009: Die Branche verzeichnete damals zweistellige Wachstumsraten. Zudem trugen jüngst auch Übernahmen und Fusionen zum Bruttowachstum bei. Die Aussichten für die kommenden Jahre sind getrübt: Einigen Segmente des deutschen Markts für Facility Services scheinen gesättigt.
Anbieter von Facility Services zeigten sich in den letzten Jahren flexibel. Sie kamen Kundenwünschen entgegen und nahmen preisliche Abstriche hin. Darüber hinaus verkürzten sich die Intervalle von Ausschreibungen. Das Management dieser Dienstleistungsunternehmen gewann dabei an Bedeutung: Um der Situation zu begegnen, müssen sich Leistungen und Prozesse verbessern. Einigen Anbieter gelingt dies bisher auch: So profitierten diejenigen von den vielen Ausschreibungen, die seit Jahren über Preisdruck und Mangel an qualifiziertem Personal klagen - wie übrigens in anderen Branchen auch.
Der Umsatz mit Facility Services dürfte im Jahr 2011 um weitere 6 Prozent steigen. Doch der Preisdruck bleibt: Kunden verlängern auslaufende Verträge nicht direkt, sondern schreiben sie erneut aus. Ebenso geraten die Dienstleistung aufgrund von E-Auktionen zunehmend unter Zugzwang. Andererseits nehmen erste Nutzerunternehmen ihre Dienstleister schon heute als Partner für Innovationen und Prozessoptimierungen wahr.
Künftig müssen sich Anbieter und Nutzer von Facility Services strategisch aufeinander einstellen. Lünendonk fand im Rahmen einer Studie über die Entwicklung der Branche bis ins Jahr 2020 heraus, dass nachhaltige Angebote und Prozesse zunehmend nachgefragt werden. Besonderes Augenmerk liegt ebenso auf der Kompetenz des Managements sowie der Innovationskraft der Dienstleister.
Unternehmen und Dienstleister konzentrieren sich seit den 2008 und 2009 wieder auf ihre Kernkompetenzen. So neigen die Kunden zunehmend zum Outsourcing, insbsondere in den Einkaufsabteilungen. Das Outsourcing ist beispielsweise im Finanzsektor bereits deutlich fortgeschritten. Andere Branchen, wie etwa die Chemie- und Pharmaindustrie, folgen diesem Trend.
Im Gegenzug bauen Kunden vermehrt eigene Abteilung für das Facility Management auf. Sie setzen gemeinsam mit den bevorzugten Dienstleistern mittel- und langfristige Ziele um und definieren Service Level Agreements. In bewährten Partnerschaften eröffnen sich Chancen: Dienstleister dürfen mitunter auch sensible Aufgaben übernehmen, die nah an den Kernprozessen des Kunden liegen.
Die Bereitschaft, zuletzt intern erbrachte Leistungen wieder außer Haus zu geben, steigt kontinuierlich an. Einige Dienstleister weiteten daher ihr Leistungsspektrum aus, um Kunden zusätzlichen Mehrwert bieten zu können - sie positionieren sich als Gesamt- oder Multidienstleister, als integriertes Facility-Service-Unternehmen oder auch als Full Service Provider. Freilich steht es den Nutzerunternehmen auch weiterhin frei, für unterschiedliche Dienstleistung den aus ihrer Sicht jeweils besten Anbieter zu wählen - sie verhindern dadurch allzu starke Abhängigkeiten.
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