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Mobile Payment boomt in Asien

Next Banking: Mobile Payment boomt in Asien

Vodafone etablierte im Jahr 2007 das Bezahlsystem M-Pesa in Kenia. Es ersetzt sogar ein reguläres Konto bei der Bank. In ähnlicher Weise setzt sich Mobile Payment nun auch in Asien durch. Dirk Elsner stellt Daten und Fakten zusammen.

2. Jul 2012

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Ich stellte im ersten Teil dieser Serie die Vision des Mobile Payments vor. Es ist erstaunlich, dass gerade diejenigen im Mobile Payment nicht zur Spitze gehören, von denen man glaubt, es handle sich um ihre besondere Stärke: Banken und Kartenunternehmen. Ich wies bereits im ersten Teil darauf hin, dass vor allem Non- und Nearbanks die Innovationsführer darstellen, also insbesondere Telekommunikations- und Netzunternehmen.

Ich teile die von Lothar Lochmaier in t3n vertretene Sicht, dass die führenden Innovatoren der IT-Branche wie Google, Amazon, Facebook und PayPal (eBay) durchaus in der Lage sind, eine neue Generation von (mobilen) Bezahlmodellen im Netz zu starten und über bereits etablierte Absatzwege binnen kurzer Zeit in den Massenmarkt zu treiben.

Weiter schreibt er: “So wird nicht nur Google, das über eine europäische Banklizenz verfügt, das mobile Bezahlen ermöglichen, etwa per Google Wallet und NFC. Facebook-Apps werden mit Facebook Credits und dadurch mit Kreditfunktionen kombiniert. PayPal verfügt über eine Vollbanklizenz und könnte dem Markt der Internetbezahlverfahren so erneut einen Schub verleihen.“

Mit und ohne Banklizenz

Die Aufstellung wird ergänzt durch weitere Web- und Telekommunikationskonzerne, die eine Banklizenz haben sollen. Dazu gehören die Deutsche Telekom via Clickandbuy, der japanische Telefonriese NTT Docomo, der sich den Bankverein Werther kaufte. Die kanadische Rogers Telekom beantragte indes eine Banklizenz. Vodafone dagegen scheint ohne Banklizenz auszukommen, weil der Kommunikationsriese mobile Bezahlverfahren in Kooperation mit VISA anbieten will. Daneben startete Amazon bereits einen Bezahldienst, der in Europa bisher nur genutzt werden kann, wenn Händler diesen Dienst integrierten. In den USA ist der Handelsriese einen Schritt weiter und bietet über WebPay seinen Kunden an, Geld an andere Kunden zu überweisen und von ihnen zu empfangen.

Drei weitere wichtige Unternehmen fehlen noch in der Formation. Noch ist unklar, ob sie sich positionieren werden. Apple meldete Anfang März 2012 ein Patent für eine iWallet an - siehe hierzu den Beitrag iWallet-Patent - Kommt nun die iBank? im Handelsblatt. Apple fördert damit die schon länger brodelnden Spekulationen um einen Einstieg ins Banking - offiziell angekündigt hat Apple dazu freilich noch nichts.

Und auch Microsoft, so munkelt es das Web, könne sich auf das Segment des Mobile Payments stürzen. Jedenfalls deutet eine im Frühjahr erschienden Stellenausschreibung auf Payment Jobs dies an. Daneben erprobt Facebook das Bezahlen per Smartphone anhand einer mobilen Applikation, allerdings bisher nur für virtuelle Güter, die auf der Plattform selbst gehandelt werden. Daneben kündigte Facebook an, die hauseigene virtuelle Währung schrittweise umzustellen auf echte lokale Währungen - siehe auch: Facebooks heimliche Währungsrevolution.

M-Pesa schrieb Geschichte

Vodafone ist übrigens ein hochinteressanter Spieler auf dem Markt des Mobile Payment: Der britische Telekommunikationsriese initiierte zusammen mit der Deutschen Telekom und O2 das Angebot mpass, das sich in Europa noch nicht in die Offensive traut. In Afrika hat Vodafone mit M-Pesa bereits Zahlungsverkehrsgeschichte geschrieben.

Bei M-Pesa richten Mobilfunkkunden ein Konto bei einem Agenten ein. Bei diesem M-Pesa-Agenten kann im Anschluss Bargeld eingezahlt werden. Alternativ ist es möglich, das Geld direkt auf sein M-Pesa-Konto zu transferieren. Beim Einkauf sendet man dem Händler eine SMS mit den Betragsdaten an seine Handynummer. Daraufhin wird der Betrag vom M-Pesa-Konto abgebucht und dem Empfänger gutgeschrieben.

Vodafone hat M-Pesa zusammen mit der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom entwickelt und Anfang 2007 in Kenia eingeführt. Damit werden grundlegende Funktionen des Geldtransfers und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über Mobiltelefone angeboten - und zwar ohne ein reguläres Bankkonto zwingend vorauszusetzen. Tatsächlich, so im Gespräch mit Christian Rapp von Vodafone, werden in M-Pesa-Ländern Gehaltszahlungen häufig gleich auf Mobilfunkkonten überwiesen. Banken werden für diese Funktion also nicht mehr benötigt.

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