
Frontloading soll langwierige Diskussionen über Planungsprozesse eingrenzen. Die Diskussion wird dabei selbst zu einem Prozess. Micheal Kappes und Peter Schentler erklären den Ansatz.
CEOs und CFOs betonen immer wieder die Bedeutung von Planung und Budgetierung, üben aber gleichzeitig Kritik am Prozess und an den Inhalten – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sich zunehmend unvorhersehbare Änderungen im eigenen Umfeld ergeben. An eine moderne Budgetierung werden dabei vier Forderungen gestellt:
• Kurze und effiziente Planungsprozesse
• Fokus auf die wesentlichen Veränderungen und strategischen Überlegungen
• Integration verschiedener Szenarien
• Möglichkeit einer unterjährigen Anpassung
Der nachfolgend vorgestellte Ansatz adressiert diese Themen und zeigt, wie Unternehmen mittels eines ausgeprägten Top-down-Prozesses in Kombination mit Treibermodellen und Szenarien zu einer gleichwohl effizienten und qualitativ hochwertigen Planung gelangen.
Um qualitativ hochwertige Zielwerte zu erreichen, fällt am Anfang des Planungsprozesses zusätzlicher Aufwand an: Es bedarf eines separaten Prozesses, der zeitlich vor der operativen Planung verläuft. Wir bezeichnen eine derartige Prozessgestaltung in Anlehnung an ein bewährtes Vorgehen bei Entwicklungsprojekten in der Automobilindustrie als „Frontloading“.
Die grundsätzliche Idee besteht darin, langwierige Diskussionen an den Anfang des Gesamtprozesses zu stellen, um sie dadurch zu verkürzen und unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven und Eingangsgrößen zu führen – typischerweise finden derartige Diskussionen im Laufe oder am Ende des Planungsprozesses statt. Dabei wird der eingangs notwendige Mehraufwand ausgeglichen durch einen deutlich reduzierten Aufwand im weiteren Planungsprozess.
Mindestens genauso wichtig wie der Gewinn an Effizienz ist die höhere Qualität der Planwerte: Durch die Integration verschiedener Perspektiven werden sie dem Anspruch „ambitioniert, aber realistisch“ gerecht. Die Einführung von Frontloading setzt dabei Änderungen von Prozessen und an der Rollenverteilung im Unternehmen sowie am Datenmodell und an der Software voraus.
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