
Vielfalt bringt Stärke. Beispiele bei Ford, Metro, BMW, Telekom und aus der Öffentlichen Verwaltung zeigen, dass unterschiedliche Talente und Kulturen sowie andere Herangehensweisen sich gezielt eingesetzen lassen, um das Unternehmen nach vorne zu bringen und für alle Beteiligten einen Nutzen zu erzielen.
Unternehmen, Behörden, aber auch Länder und Kommunen sehen in der gesellschaftlichen Buntheit zunehmend einen Erfolgsfaktor – und handeln danach. Diversity-Management lautet das Zauberwort.
Dabei ist die Einsicht nicht neu: So gingen zum Beispiel bereits vor rund 20 Jahren beim Autobauer Ford vom amerikanischen Mutterkonzern erste Impulse aus, auch in den deutschen Niederlassungen die Vielfalt im Unternehmen zu fördern und professionell zu managen. Vielfalt (englisch Diversity) ist bei Ford daher schon lange Programm und gilt als strategischer Wettbewerbsvorteil.
Ein Drittel der Auszubildenden im Kölner Ford-Werk verfügt heute über einen Migrationshintergrund: Russen, Türken, Kasachen, Aserbaidschaner, Italiener, Deutsche – insgesamt mehr als 55 Nationalitäten. Schon in der Ausbildung lernen die Azubis nicht nur handwerkliche Fertigkeiten. Sie büffeln auch eine Disziplin, die in technischen Lehrbüchern kaum zu finden ist: die des respektvollen Umgangs miteinander.
Auch in anderen Bereichen wird Vielfalt bei Ford groß geschrieben – und genutzt: Neben der Turkish Ressource Group gibt es das Women’s Engineering Panel, die Vätergruppe, die Kindergruppe. Sie alle pflegen enge Kontakte untereinander und beleben den Arbeitsprozess mit eigenen Anregungen.
Das Grundprinzip sei denkbar einfach, heißt es bei Ford: Wenn Mitarbeiter sich mit all ihren Facetten wertgeschätzt fühlen, sind sie loyaler, und sie bringen sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen besser ein. Durch die Verschiedenheit der Mitarbeiter werden Energien und Engagement freigesetzt, zudem lässt sich auf diese Weise ein breiteres Kundenspektrum ansprechen. Je bunter die Belegschaft ist, so das Kalkül, um so effektiver können auch neue Kundenkreise erobert werden."Diversity verkauft Autos", sagt Brigitte Kasztan, Diversity-Managerin bei Ford Europe.
Ford ist kein Einzelfall: auch die Metro Group verfolgt das Ziel, möglichst viele unterschiedliche Menschen unter einem Dach zu integrieren. Dabei reagiert das Unternehmen, das in 33 Ländern tätig ist, nicht zuletzt auf den demographischen Wandel (der in immer stärkeren Maße auch innerhalb der Betriebe spürbar ist). "Wir beschäftigen uns zunehmend mit der Schaffung von altersgerechten Arbeitsplätzen und -prozessen, auch, weil die Kundschaft älter und kulturell vielfältiger wird", sagt Bettina Scharff, Leiterin Corporate Social Development.
Die Internationalität des Unternehmens, in dem mehr als 150 Nationen zusammen arbeiten, erachten die Metro-Manager als strategischen Vorteil. "Eine vielfältige Belegschaft ist ein Mehrgewinn für Kunden, Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen – ein Faktor somit für den Geschäftserfolg", resümiert Scharff.
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