
Fachkräftemangel hält nicht nur die Personalabteilungen auf Trab, auch Chief Financial Officer sorgen sich, da fehlende Mitarbeiter ein Risiko darstellen. Robert Half zeigt in einer aktuellen Studie, wie Finanzchefs die Situation einschätzen und wo sie neue Stellen besetzen möchten.
Der Fachkräftemangel beschäftig zunehmend auch Chief Financial Officer, denn sie fürchten die finanziellen Risiken, die sich aus der dezimierten Zahl von qualifizierten Fachkräften ergeben können. Der aktuelle Financial Hiring Index des Personaldienstleisters Robert Half International (RHI) zeigt: Viele CFOs befürworten neues Personal und schaffen dafür auch neue Stellen. Doch fällt es schwer, diese Stellen auch zu besetzen. Der Index ist Bestandteil der jährlich erstellten Workplace Survey.
Für den Financial Hiring Index werden speziell CFOs in regelmäßigen Abständen nach ihrer Einschätzung zur Arbeitsmarktlage in den folgenden sechs Monaten gefragt. An der aktuellen Umfrage für Deutschland, die im Dezember 2011 und Anfang Januar 2012 durchgeführt wurde, haben sich insgesamt rund 200 CFOs beteiligt. Das Ergebnis: Trotz finanzieller Unsicherheiten an den Weltmärkten wird aufgrund der guten Wirtschaftslage der Unternehmen also weiterhin Fachpersonal eingestellt.
Die Personalplanung sieht laut RHI für die erste Jahreshälfte 2012 vor, speziell im Bereich Finance und Accounting weiter einzustellen. Fast jeder zweite befragte CFO gab an, hier mehr neue Stellen zu schaffen. Dies ist durch das gesteigerte Arbeitspensum im Bereich Finance und Accounting begründet, wofür die Abteilungen Unterstützung von Fachkräften benötigen.
Zusätzlich sorgen das Wachstum der Unternehmen und ihre Expansion in andere Marktsegmente dafür, dass neues Personal gebraucht wird, meinen 40 Prozent der befragten CFOs. Weitere Jobmotoren stellen Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie geplante Umstrukturierungen dar, wie die Studienergebnisse zeigen.
Stellenabbau sehen hingegen wenige Finanzentscheider für ihr Unternehmen vor – lediglich 13 Prozent wollen ihre Finanzabteilungen verkleinern, aufgrund langsameren Wachstums und weniger Auslastung. Rund 41 Prozent haben nicht vor, an der Zahl ihrer Mitarbeiter im Finanzbereich etwas zu ändern.
Doch der gesteigerte Bedarf an Personal in deutschen Unternehmen kann derzeit nur schwer gedeckt werden. Von den befragten Chief Financial Officers schätzen 16 Prozent die Rekrutierung als eine besonders große Herausforderung für die Betriebe ein. „Die wirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich wieder entspannt – das merken auch die Unternehmen“, kommtentiert Sven Hennige, Managing Director Central Europe bei Robert Half International, das Ergebnis der Umfrage. „Das Mehr an Arbeit ist in der jetzigen Konstellation nicht zu schaffen, deshalb müssen neue Finanzfachkräfte eingestellt werden. Personaldienstleister haben einen guten Überblick über den Markt und können bei der Suche nach geeigneten Kandidaten wertvolle Unterstützung leisten.“
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