Human Resources

Mitarbeiter lernen ohne Kontrolle

Human Resources: Mitarbeiter lernen ohne Kontrolle
© Heidelberger Druckmaschinen AG

Mangels zielführender Weiterbildungen begeben sich Mitarbeiter auf die bloße Suche nach Informationen im Internet oder fragen Kollegen um Rat. Personaler üben indes mehrheitlich Selbstkritik.

25. Okt 2012

von

Human Resources (HR) wissen selbst sehr genau, wo ihre Schwachstellen liegen - unter anderem im eigenen Angebot an gewinnbringenden Weiterbildungen. Dies geht aus der Studie Agile Learning von Lumesse hervor. Der Druck wachse: HR, so der Wortlaut, muss viel mehr leisten, dabei mit geringerem Budget auskommen, und am besten sofort.

Fast drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie sich in den letzten fünf Jahren schneller an Gegebenheiten anpassen müssen. Seit dem Jahr 2007 hat sich auch für die Angestellten einiges verändert. Vier von fünf Befragten gaben an, dass die Mitarbeiter weitaus mehr Inhalte und Fähigkeiten lernen müssten, um mit Konkurrenten, anderen Firmen und den Märkten Schritt halten zu können. Jedoch sind die Mitarbeiter selten in der Lage, sich diese eigenständig anzueignen.

Mitarbeiter fragen lieber Kollegen um Rat

Personalabteilungen müssen Fortbildungen und Schulungen anbieten, um Mitarbeiter auf die steigenden Anforderungen vorzubereiten - 70 Prozent der Personal behaupten, das Wissen müsse schneller als jemals zuvor vermittelt werden. Dementsprechend sei man sich zwar bewusst, dass man handeln müsse.

Daraus ergeben sich jedoch nicht zwangsläufig mehr oder bessere Schulungen: Nur etwa die Hälfte der großen Unternehmen mit mehr als 10.000 Angestellten sieht sich in der Lage, die Mitarbeiter auch entsprechend weiterzubilden. In kleineren Firmen sehe die Lage geringfügig besser aus, so die Studie. Insgesamt sagten etwa 40 Prozent der befragten Personaler aus, dass sie mit der Geschwindigkeit der Veränderungen nicht mithalten können.

Demnach geht jeder zehnte Personaler davon aus, dass die Mitarbeiter von den angebotenen Weiterbildungen tatsächlich in hohem Maße profitieren. Jeder Fünfte sagte indes aus, dass er gar nicht darum gebeten werde, den Angestellten die notwendigen Weiterbildungen anzubieten. Folglich schätzen etwa 40 Prozent, dass Angestellte lieber ihre Kollegen um Ratschläge bitten, als sich an HR zu wenden.

Fertigkeiten werden nicht gezielt traniert

Kontrolle oder Effektivität in der Lernphase gibt es so nicht. Tatsächlich seien Learning Management Systems mangels sinnvoller Ausgestaltung derzeit nur unwesentlich zielführender als die bloße Suche nach Informationen im Internet.

Etwa die Hälfte aller Personaler glaubt, dass ihr volles Potenzial ihrer Abteilung so nicht ausgeschöpft wird - in großen Firmen sind es 60 Prozent. Im Gegenzug fürchtet fast jeder dritte Angestellte um seinen Arbeitsplatz, weil seine Fertigkeiten nicht gezielt trainiert werden. Und daran ist zum Teil auch die Personalabteilung schuld, die sich nicht um gute Schulungen kümmert.

Dieser Beitrag erschien zuvor auf CIO.de.