Human Resources

Ständige E-Mails verursachen Stress

Human Resources: Ständige E-Mails verursachen Stress
© www.army.mil

Wissenschaftler der University of California und der US-amerikanischen Armee schnitten Angestellte von ihren E-Mails ab. Das Ergebnis: Ihre Herzfrequenz war natürlicher.

10. Okt 2012

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Wissenschaftler der University of California beschäftigten sich, nachdem es in Diskussion um den ständigen E-Mail-Verkehr bislang vorrangig um Produktivität und Ablenkung ging, nun mit den gesundheitlichen Auswirkungen. Ihr Ergebnis: Wer von seinem Mail-Account abgeschnitten wird, arbeitet nicht nur fokussierter und damit produktiver, sondern reduziert auch deutlich persönlichen Stress. Die Studie wurde in Kooperation mit der US-amerikanischen Armee durchgeführt.

Die 13 Studienteilnehmer arbeiteten während fünf E-Mail-freien Tagen mit Pulsuhren, wobei eine Software dokumentierte, wie oft sie in dieser Zeit zwischen unterschiedlichen Bildschirmfenstern hin- und herwechselten. Die E-Mail-Leser wechselten doppelt so häufig zwischen Bildschirmfenstern hin und her wie diejenigen, die eine Pause einlegten. Die Herzfrequenz der Testpersonen mit E-Mail-Empfang war konstant hoch in einem Zustand der Alarmbereitschaft, die der Personen ohne E-Mails variierte stärker. Letzteres bezeichnen die Wissenschaftler als den natürlicheren Zustand.

Stressfrei, aber isoliert

"Wenn man Angestellte vom E-Mail-Empfang abschneidet, reduziert sich ihr Multitasking-Verhalten und sie fühlen sich weniger gestresst", kommentiert Informatik-Professorin und Studienautorin Gloria Mark die Ergebnisse. Die Testpersonen mit E-Mail-Empfang wechselten im Schnitt 37 mal pro Stunde zwischen Bildschirmfenstern hin und her. Die Vergleichsgruppe tat dies nur 18 mal pro Stunde. Die Probanden selbst fühlten sich ohne E-Mail-Zugang besser in der Lage, ihre Aufgaben zu erledigen, denn so waren sie seltener stressigen und zeitintensiven Ablenkungen ausgesetzt.

Studien-Autorin Gloria Mark berichtet, dass es gar nicht so leicht gewesen sei, überhaupt Teilnehmer für diese Studie zu finden. Doch während dieser Zeit hätten die Probanden den Arbeitsalltag ohne E-Mails sehr genossen, vor allem dann, wenn die Vorgesetzten ihnen ihr Einverständnis dafür gegeben hatten. "Die Testpersonen waren zufriedener damit, wieder direkter mit anderen Menschen in Kontakt zu stehen", sagt Mark.

Die Teilnehmer der Studie äußerten sich jedoch nicht ausschließlich positiv: So fühlten sie sich durch die Pausen ohne E-Mails in gewisser Weise isoliert. Im Experiment wurden sie von Kollegen mit wichtigen Informationen versorgt, die sie verpassten.

E-Mails besser gebündelt versenden

Die Wissenschaftler schlossen anhand dieser Ergebnisse auf bislang nicht gehobenes Potential - auch für die Produktivität von Angestellten. Unternehmen sollten ihrer Meinung nach darüber nachdenken, die Zugriffszeiten für E-Mails zu begrenzen oder Nachrichten zu bestimmten Zeiten gebündelt zu verschicken. So würden Mitarbeiter nicht andauernd von eintreffenden E-Mails abgelenkt werden.

Die Studie trägt den Titel A Pace Not Dictated by Electrons - an Empirical Study of Work Without Email. Sie wurde finanziert von der US-Armee und der National Science Foundation. Die US-Armee untersuche den Einsatz von Smartphones und E-Mail-Applikationen für Soldaten im Kriegsgebiet, heißt es in einer Mitteilung der University of California zu den Studienergebnissen.

Dieser Beitrag erschien zuvor auf CIO.de.