Leasing

Die Vorteile überwiegen

Leasing: Die Vorteile überwiegen
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Ist Leasing tatsächlich günstiger als der kreditfinanzierte Kauf? Oftmals offenbart sich die Antwort erst nach der betrieblichen Verwendung des Objekts. Udo Reuß führt in die Thematik ein.

19. Jul 2012

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Unternehmen, die sich einen Vermögensgegenstand aneignen möchten, stehen grundsätzlich vor der Entscheidung, ihn zu kaufen oder sich dessen Nutzung mietweise zu sichern. Dessen Nutzbarkeit ist jedoch in jedem Fall wichtiger als der Erwerb des Eigentums. Gerade im technischen Bereich ist es oftmals sinnvoll, ein aktuelles Gerät verwenden zu können - beispielsweise eine Produktionsmaschine oder auch Technik im medizinischen Bereich. In derartigen Fällen kann Leasing die bessere Alternative sein als der (über Kredite finanzierte) Kauf.

Grundsätzlich sind Leasingverträge über Immobilien möglich, ebenso über Straßen-, Luft-, Schienen- und Wasserfahrzeuge sowie über Maschinen und IT-Ausstattung. Zudem können Leasingverträge über immaterielle Wirtschaftsgüter abgeschlossen werden, sofern diese Dritten zur Verfügung gestellt werden können - also beispielsweise über Patente und Marken. Verträge über immaterielle Güter sind derzeit jedoch noch selten: Sie machen ein Prozent am gesamten Volumen aus. 

Im Geschäftsverkehr ist es üblich, Firmenautos, Lastkraftwagen, Anhänger und Transporter zu leasen. Auf diese Straßenfahrzeuge fiel im Jahr 2010 etwa 68 Prozent des gesamten Neugeschäfts. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) folgen danach Produktionsmaschinen mit einem Anteil von 14 Prozent sowie Büromaschinen und IT mit 9 Prozent.

Verträge zwischen einem Leasinggeber und -nehmer können sowohl als Leasing- als auch als Mietkaufvertrag ausgelegt werden - ein bilanziell und steuerrechtlich wichtiger Unterschied: Beim Mietkauf ist der Leasingnehmer wirtschaftlicher Eigentümer und muss den Gegenstand in der Bilanz aufführen, ebenso die aus dem Vertrag hervorgehenden Verpflichtungen.

Finanzierungs- und Operate-Leasing

Zudem muss zwischen Finanzierungsleasing und Operate-Leasing unterschieden werden. Bei letzterem werden offene Restwerte vereinbart. Der Leasinggeber trägt das Investitionsrisiko. Er kann den Gegenstand erst nach Abschluss des Vertrags vollständig amortisatieren, wahlweise durch einen weiteren Vertrag oder durch Objektverwertung in eigener Verantwortung. Im Pkw- und IT-Leasing haben sich diese Vertragsvarianten weitgehend durchgesetzt. Oft werden diese mit zusätzlichen Dienstleistungen kombiniert, beispielsweise mit Wartungen, Reparaturen oder Versicherungen.

Rund zwei Drittel des Neugeschäfts im Leasing von Mobilen entfallen hingegen auf das Finanzierungsleasing. Dabei werden Verträge von mittel- bis langfristiger Dauer geschlossen. Sie richten sich an den Erlassen der Finanzverwaltung aus. Gewöhnlich stellt sich zum Ende der Vertragslaufzeit eine Vollamortisation ein. Das Objekt wird dabei gewöhnlich auch noch nach Ablauf der Grundmietzeit genutzt.

Leasing und Gewerbesteuer

Die Leasingerlasse des Bundesfinanzministeriums regeln die Kriterien. Werden diese eingehalten, ist das Wirtschaftsgut dem Leasinggeber wirtschaftlich zuzurechnen. Leasinggeber können die monatlichen Leasingraten vollständig als Betriebsausgaben absetzen. Hingegen bringt Leasing keine gewerbesteuerlichen keine Vorteile mehr: Leasingnehmer müssen 20 Prozent der Raten für bewegliche Anlagegüter dem gewerblichen Gewinn zurechnen. Im Fall von unbeweglichen Anlagegütern müssen 50 Prozent der Raten berechnet werden.

Bei der Einkommen- oder Körperschaftsteuer können die voll absetzbaren Leasingraten hingegen als Instrument verwendet werden, um Steuern zu sparen: Ertragsstarke Unternehmen erreichen durch kurze Vertragslaufzeiten und niedrige Restwerte vergleichsweise hohe Leasingraten. Jener Teil der Leasingraten, der die normale Absetzung für Abnutzung (AfA) übersteigt, kann aus dem ersparten Steueraufwand finanziert werden.

Vorteile

Neben der Steuerersparnis bietet Leasing eine Reihe weiterer Vorteile:

Bilanzneutralität: Der Leasingnehmer muss das Objekt nicht aktivieren. Die Leasingraten werden in der Gewinn- und Verlust-Rechnung als Betriebsausgaben verbucht. Folglich verändern sich weder die Eigenkapitalquote noch der Verschuldungsgrad.

Kalkulationsgrundlage: Die Leasingrate wird während der grundsätzlich unkündbaren Vertragslaufzeit festgelegt, unabhängig von möglichen Zinserhöhungen oder Ratingveränderungen. Folglich sind die laufenden Kosten eindeutig und können genau geplant werden.

Liquidität: Investitionen ohne Einsatz von Eigenkapital schonen den Kreditrahmen bei der Bank. Das Kapital ist ungebunden. Somit verbleibt ein größerer finanzieller Spielraum.

Individuelle Vertragsgestaltung: Laufzeit, Amortisations- und Zahlungsverlauf können den individuellen Bedürfnissen des Leasingnehmers angepasst werden. Bei Maschinen werden oftmals zusätzliche Wartungsverträge abgeschlossen, sodass die Nutzbarkeit dauerhaft sichergestellt wird. Die dafür fälligen Kosten werden den Gesamtkosten zugerechnet. Dies erhöht zugleich die Planungssicherheit.

Moderne Modelle: Das Objekt wird nach Ablauf des Leasingvertrags in der Regel zurückgegeben. Daraufhin steht es dem Leasingnehmer frei, einen weiteren Vertrag über das aktuelle Modell abzuschließen. Er hält somit Schritt mit dem technischen Fortschritt.

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