
Das Credit Management sollte aufgrund seiner hohe Bedeutung für Liquidität, Bonität und Working Capital immer eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft sein.
Mit unserer neuen Kolumne zum Forderungsmanagement möchten wir Finanzentscheidern einen besseren Eindruck von den Fragestellungen und täglichen Herausforderungen im Credit Management vermitteln. Obwohl dieses ein zentrales Element bezüglich der Kaptialausstattung des Unternehmens ist, empfinden Credit Manager manchmal eine gewisse Ferne zum CFO und seinen Entscheidungen. Zeit also, hier ein wenig das Eis zu brechen.
Autor ist der langjährige Credit Manager der BayWa AG und Vorstand des Bundesverbandes Credit Management e.V., Rudolf Keßler, der Ihnen in den kommenden Wochen hier auf CFOworld das Forderungsmanagement näher bringen möchte.
Forderungen sind in allen Firmen ein erheblicher Teil des Geschäftsvermögens mit entsprechenden Einflüssen auf Working Capital, Liquidität, Ergebnis und Bonität des eigenen Unternehmens. Sie stehen in mehrfachem Zusammenhang mit den unternehmerischen Zielen zu Vertrieb, Kundenorientierung und Finanzierung. Deshalb müssen auch die Ziele für das Kreditmanagement Teil der unternehmerischen Entscheidung sein und mit den anderen Zielen korrespondieren.
Die das Unternehmen beeinflussenden Faktoren wie Marktumfeld, Marktstellung, Unternehmensgröße, Kundenstruktur, Produktpalette usw. sind für die Ziele zu berücksichtigen und in der Credit Policy zu dokumentieren. Darin werden klare Aufgaben, Abläufe und Kompetenzen definiert, die interne Kämpfe verhindern, um die Kraft des Unternehmens auf die externe Abwicklung zu konzentrieren.
Die Pflege des Vermögensgutes Forderungen stellt hohe Anforderungen an ein funktionierendes Kreditmanagement in allen Phasen der Kundenbeziehung. Sie stellt gleichzeitig einen wichtigen Teil der gesamten Risikosteuerung des Unternehmens dar, die im allgemeinen Risikoprozess von Risikoidentifikation, -analyse, -kommunikation, -steuerung und –kontrolle eingebracht werden kann.
Während sich Forderungsmanagement mit der Realisierung der bereits bestehenden Außenstände befasst und Debitorenmanagement bei der Anlage von Kundenkonten beginnt, befasst sich modernes und effektives Kreditmanagement mit allen Prozessen im Kundenlebenszyklus; im Idealfall bereits bei den Werbe- und Akquisitionsmaßnahmen und stellt so einen aktiven Werttreiber im Unternehmen dar (lesen Sie auch wie der Papiergroßhändler Papyrus sein Credit Management und Risikomanagement integrierte).

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