
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert eine Frauenquote in den Führungsgremien deutscher Unternehmen bis 2015. Doch die Forderung ist in der Praxis kaum umsetzbar.
Schon im Januar hat Ursula von der Leyen die Frauenquote von 30 Prozent gefordert, da die freiwillige Vereinbarung mit der Privatwirtschaft nicht ausreiche, wie auch das DIW in einer Untersuchung festgestellt hatte (Lesen Sie hier, warum eine Frauenquote auch in anderen Bereichen sinnvoll sein könnte).
Deutsche Großkonzerne werden diese geforderten 30 Prozent bis zum Jahr 2015 in der Praxis kaum umsetzen können, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Demnach bestünden lediglich bei 14 von 76 Vorstandsverträgen, die bis Ende 2013 in den 30 Dax-Unternehmen ausliefen, eine Chance, dass eine Topmanagerin nachrücke - das ergäbe eine Quote von nur 18 Prozent.
Auch bei CFOs zeigt sich das Problem des fehlenden "Nachwuchs" - so meint auch Rudolf X. Ruter in einem seiner CFOworld-Kolumnen, dass weibliche Führunskräfte versteckt lebten (Lesen Sie hier die gesamte Kolumne).
Der Frauenanteil in Aufsichtsrat oder Vorstand soll bis 2020 hingegen sogar auf 40 Prozent erhöht werden, wenn es nach Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und EU-Justizkommissarin Viviane Reding geht. Um das erste Quotenziel bis 2015 zu erreichen, müssten eigentlich ab sofort wenigstens 30 Prozent aller frei werdenden Stellen an Frauen vergeben werden.
Das Thema Frauenquote ist seit Monaten viel diskutiert. Von Seiten der Unternehmen, Industrie und des Handwerks wird auf den kontinuierlich steigenden Anteil von Frauen in Führungspositionen hingewiesen. Und auch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft bestätigen, dass bislang knapp 28 Prozent dieser Stellen von Frauen besetzt würden.
Außerdem beläuft sich der Frauenanteil in Aufsichtsräten der 30 Dax-Konzerne auf der Kapitalseite um 11 Prozent . Damit hat er sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt.
Das Thema bleibt heiß diskutiert. Warum Frauen führend, aber selten im Vorstand sind, fragt auch Dr. Cornelia Riechers in der aktuellen Ausgabe des Board Report. Durch viele Regelungen, wie etwa Gleichbehandlungsgesetze, Sprachregelungen, Förderprogramme oder vorgeschriebene Besetzungsquoten wurde Frauen der Zugang zu ehemaligen Männerdomänen bisher schon erleichtert, wie Riechers feststellt.
Dennoch seien nur 21,7 Prozent aller Führungskräfte weiblich, und in den Vorständen von DAX-Konzernen und anderen großen deutschen Unternehmen beträgt der Frauenanteil bisher sogar noch nicht einmal drei Prozent. Zwar haben Unternehmen bereits Offensiven gestartet, um die Frauenquote im Top-Management deutlich zu erhöhen, doch es bleibt fraglich, ob diese zum gewünschten Erfolg führen werden.
Und dass, obwohl Frauen durchschnittlich bessere Leistungen in Schule und Universität zeigten. Riechers stellt jedoch die Frage, ob dies nicht daran lieben könne, dass Frauen weniger Neigung zum Aufstieg in die obere Führungsetage hätten und dass sie bei "größtmöglicher Wahlfreiheit mehrheitlich andere berufliche Entscheidungen treffen als Männer".
Ob dabei eine Frauenquote helfen kann, wird sich erst zeigen müssen. Dennoch gibt es ja nachweislich bisher viele weiblich besetzte Führungspositionen, wie auch Rudolf X. Ruter aufgelistet (Sehen Sie die Liste hier).
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