
Nachhaltigkeit kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein - doch sie muss messbar sein, damit sie fester Bestandteil der Unternehmensplanung wird. Aber sollte nur auf Profit geachtet werden?
„Nachhaltigkeit wird erst dann die Unternehmensrealität langfristig prägen, wenn sie fester Bestandteil der gewohnten Planungs- und Steuerungssysteme geworden ist. Hier besteht noch ein erheblicher Entwicklungsbedarf", stellt Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Direktor IMC WHU – Otto Beishem School of Management fest (Lesen Sie hier den gesamten Wortlaut).
So könne zum Beispiel der durch die starke Fokussierung auf die klimaschädlichen CO2-Emissionen bedingte Aufbau eines Carbon-Accountings eine wesentliche Hilfestellung leisten, um die Verankerung voranzubringen. Entsprechende Daten könnten so bereits heute in Investitionsrichtlinien oder im Innovationsprozess entsprechend berücksichtigt werden, führt der Experte Weber weiter aus.
Wie ernst das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen genommen wird, lässt sich also gut daran ablesen, ob sich auch das Controlling damit auseinandersetzt, so Weber.
Controlling setzt ein Messen von vorher gesetzten Zielen voraus. Dies gilt erst recht für die Nachhaltigkeit. Die Unternehmenssteuerung ist oberstes Gebot für den CFO. Sie muss künftig alle wesentlichen nachhaltige Aspekte wie Ethik, Soziales und Umwelt enthalten. Controlling-Berichte müssen also wesentliche Non-Financial Key-Performance Indicators (KPIs) monatlich liefern (Lesen Sie hier, wie der CFO Nachhaltigkeit bilanzieren kann).
Experten sind sich sicher, dass das Thema Nachhaltigkeit sich auch auf den Gewinn auswirken wird. “Nachhaltige Unternehmensführung verhilft dem Mittelstand zu langfristigen Wettbewerbsvorteilen“, so Monika Geßner, Vorstand im BdW. Barbara Kux, Mitglied des Siemens-Vorstands, findet sogar, dass Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist: "Je nachhaltiger das Unternehmen, desto attraktiver ist es für Anleger, Kunden Bewerber und Mitarbeiter. Unternehmen, die konsequent Kurs auf Nachhaltigkeit halten, sind nachweislich erfolgreicher “, führt sie weiter aus.
Dies zeigt u. a. auch die aktuelle Studie des Schweizer Verband für Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen (veb.ch) in Zusammenarbeit mit Horváth & Partners Schweiz zum Thema „Der CFO von morgen - eine Vision für 2015 “: „Die steigende Komplexität der Rechnungslegungs- und anderer Vorschriften und die zunehmende Volatilität des Geschäftsgangs in einem globalisierten Marktumfeld erfordern eine zeitnahe Bereitstellung von aktueller, zuverlässiger, zukunftsrelevanter Entscheidungsinformation zuhänden des Managements zur Unternehmenssteuerung und Existenzsicherung“.
„Profit ist wie Sauerstoff: man braucht ihn zum Leben, aber der Sinn des Lebens besteht nicht darin, so viel Sauerstoff wie möglich zu atmen. Aus dieser Erkenntnis die richtigen Schlüsse zu ziehen, eröffnet uns ein neues, nachhaltiges, Wirtschaften“, resümiert Ralph Thurm, Direktor Deloitte Sustainability and Innovation.
Grundsätze nachhaltiger Unternehmensführung - Erfolg durch verantwortungsvolles Management
von Edeltraud Günther und Rudolf X. Ruter (Hrsg.)
Siehe hier für weitere Informationen.
Rudolf X. Ruter ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Leiter des Arbeitskreis „Nachhaltige Unternehmensführung“ in der Schmalenbach-Gesellschaft Betriebswirtschaft e.V. (AKNU). Zudem ist Herr Ruter Mitglied des Beirats Financial Experts Association e.V und im Beirat des Deutschen CSR-Forums. Seine Kolumnen erscheinen regelmäßig auf CFOworld. Mehr zum Autor unter www.ruter.de.
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