Kostensenkung, Prozessintegration und Monitoring

Governance Risk Compliance

Wer Governance, Risk, Compliance richtig angeht, hat Grund zur Freude. Zum Beispiel über deutliche niedrigere Betriebskosten. Umfragen zeigen, was Unternehmen vorhaben.

von Werner Kurzlechner, am 18. Februar 2010

Es ist nicht immer klar, was genau sich hinter der Abkürzung für Governance, Risk und Compliance (GRC) verbirgt. Momentan etwa scheint das Augenmerk der Unternehmen vor allem auf dem R für Risiko-Management zu liegen, während vor einiger Zeit das C für Compliance dominiert.

Unternehmen wollen GRC vereinen

In jedem Fall geht es um einheitliche Lösungen für alle drei Aufgaben, und die Firmen streben hier äußerst ernsthaft nach Konvergenz. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfer von KPMG International zählen 64 Prozent von über 540 befragten Unternehmen die Konvergenz von GRC zu ihren Prioritäten (andererseits scheitert die Vesserung des eigenen Risikomanagements oft an den Kosten, und einer fehlenden Risikokultur).

Treiber Kostenreduktion

Ein Treiber der Entwicklung ist die Kostensenkung, die in doppelter Hinsicht zu erzielen ist. Zum einen schlägt es positiv zu Buche, wenn nicht jede Abteilung für sich Software einkauft und damit die für sie relevanten Risiken beackert. Eine unternehmensweite Strategie verspricht hier geringere Ausgaben durch Synergiebildung. Zum anderen trägt ein erfolgreiches GRC-Management dazu bei, unnötige Kosten für Compliance sowie durch richtig kalkulierte Risiken zu sparen.

Zunehmende Regulierungen

„Die Unternehmen müssen die vielen Monitoring-Aktivitäten rationalisieren, die in Folge zunehmender Regulierungen entstanden sind“, sagt Michael J. Nolan, Global Ledaer for Risk and Compliance bei KPMG. „Es ist zu teuer, diese Funktionalitäten weiterhin isoliert zu managen“, so Nolan.

Integriertes GRC senkt die Betriebskosten

Die Frage nach den Erfolgsaussichten des Strebens nach Konvergenz haben für den Augenblick die Marktforscher von Aberdeen beantwortet. Wie sie in einer Erhebung zeigen, konnten die erfolgreichsten Unternehmen auf diesem Feld durch Zusammenführen ihrer früher vereinzelten Aktivitäten ihre Betriebskosten um 6,4 Prozent senken.

Weniger Prozesse im Risk-Management

Diese Firmen eliminierten ein Zehntel an überflüssigen Prozessen und Aktivitäten im Bereich des Risiko-Managements. Das entspreche für jede Unternehmenseinheit einem halben Tag pro Woche an gewonnener Produktivität, so Aberdeen.

Kritik an Software für GRC

Allerdings ist es keineswegs trivial, die in der Theorie unverkennbaren Vorzüge in der Praxis zu realisieren. Das Software-Etikett GRC steht unter Branchenkennern mitunter heftig in der Kritik. Es handle sich lediglich um eine hochtrabende Umschreibung für Chaos, wird gewettert. GRC-Software gebe es derzeit überhaupt nicht, heißt es außerdem.

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