
Ihre Personalabteilung ist mehr als ein Verwaltungsapparat, der lediglich Urlaubsanträge und Gehaltsabrechnungen bearbeitet. Sie sollten Sie strategisch betrachten.
Die Berater von Deloitte Consulting wollten es kürzlich genau wissen und befragten Führungskräfte, woran sie beim Wort „Personalabteilung“ denken. Das Ergebnis der Befragung erstaunt zunächst nicht sonderlich, denn 90 Prozent von ihnen weisen Personalentscheidungen eine große strategische Bedeutung für ihr Unternehmen zu. Das zeigt, welche zentrale Rolle die HR beim nachhaltigen Wirtschaften eines Unternehmens spielen kann.
Doch in der Realität bliebt die Personalabteilung fast immer eine bloße Verwaltungseinheit und ihr Potenzial zur strategischen Gestaltung ungenutzt. Warum ist das so? Häufig liegt es weniger an der Unternehmenskultur als an der IT-Infrastruktur, dass die HR-Abteilung „unter Wert“ agiert. Denn die traditionellen operativen HR-Systeme verraten Personalverantwortlichen zwar, was geschah, nicht jedoch, warum oder gar, was in Zukunft passieren wird.
Mithilfe von Strategiekarten (strategy maps) und bereits vordefinierten strategischen Kennzahlen lässt sich jederzeit überprüfen, wie erfolgreich die HR-Strategien zur nachhaltigen Unternehmenssteuerung umgesetzt werden. Gleichzeitig wird der Beitrag von HR transparent, denn das Management erkennt jetzt den strategischen Wert von HR-Maßnahmen biespielsweise daran:
ob die Kundenbindung erhöht wird, wenn sich das Unternehmen für die Weiterbildung seiner Servicemitarbeiter engagiert,
ob die Effizienz im Vertrieb steigt, wenn neue Mitarbeiter in dieser Abteilung eingestellt werden,
oder wie effektiv Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung oder zur Personalentwicklung tatsächlich sind.
Wenn ein Unternehmen bewerten kann, wie sich Veränderungen in der Belegschaft auf die Geschäftsabläufe und die Kundenbeziehungen auswirken, ist es in der Lage, schon frühzeitig geeignete Personalstrategien zu entwickeln, etwa durch entsprechendes Recruiting oder Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Dann kann es nachhaltig handeln.
Übrigens, auch der Umkehrschluss ist möglich: Erkennt ein Unternehmen, dass neue Prozesse andere Qualifikationen der Mitarbeiter fordern, kann es im Rahmen seines Qualifikationsmanagements zum Beispiel seine Einstellungs- und Weiterbildungsstrategien entsprechend anpassen. Mit solchen Informationen sind die Unternehmen gut gerüstet, um unter verschärften Wettbewerbsbedingungen zu bestehen: Sie profitieren von den Zinsen ihres größten Kapitals.
Jörg Cramer, Manager Competence Center Performance Management, SAS Deutschland, wird Ihnen künftig auf CFOworld regelmäßig Ansätze einer nachhaltigen Unternehmenssteuerung vorstellen. Lesen Sie auch seine erste Kolumne zur Geschichte der Nachhaltigkeit.
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