
Zum Start in die Fußballsaison spricht der Geschäftsführer des BVB, einziger börsennotierter Bundesligaclub, über Finanzierung und Risiken des Ball-Business.
Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
CFOworld: Herr Watzke, wie finanziert man einen Fußballklub?
Hans-Joachim Watzke: Die Finanzierung ist im Prinzip die gleiche wie bei anderen Unternehmen. Man sollte sich idealerweise aus den Erlösen finanzieren. Und unsere wichtigsten Erlöse kommen aus dem Sponsoring, den Eintritts- und Fernsehgeldern und dem Merchandising. Der eine oder andere Transfer gehört ebenfalls dazu. Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Finanzierung schwieriger zu planen ist.
CFOworld: Und wie planen Sie?
Watzke: Wir legen wie alle anderen einen Business-Plan vor, wie wir uns das nächste Jahr vorstellen. Unser Geschäftsjahr beginnt immer am 1. Juli. Im Fußball muss man aber viel mehr Prämissen setzen und unbekannte Parameter zugrunde legen als im normalen Geschäftsleben. Fußball ist aktueller als viele andere Dinge.
CFOworld: Laut Geschäftsbericht führen Sie monatliche Plan-Ist-Vergleiche durch. Wie funktioniert das?
Watzke: Es ist schwierig, aber es geht. Man weiß ja nie, wie lange man in der Europa-League oder dem Pokal spielt. Deshalb muss man sehr defensiv und konservativ planen.
CFOworld: Was ist für Sie eine konservative Planung?
Watzke: Ein „Realistic Minus“, würde ich sagen. Das heißt eine Planung, die für den internationalen Wettbewerb oder den DFBPokal nicht schon Prämissen festschreibt, die man nicht erfüllen kann. Man plant in etwa mit der zweiten Runde im Pokal und Borussia Dortmund jetzt konkret mit der Gruppenphase Europa-League, aber nicht weiter.
CFOworld: Wie abhängig ist die Planung vom laufenden Spielbetrieb?
Watzke: Deutlich! Am Ende des Tages hängt alles vom sportlichen Erfolg ab.
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