
Silberstreif oder Sonnenaufgang? Das Münchner ifo Institut gibt sich vorsichtig optimistisch für 2010 und sieht weltweit die Wirtschaft wieder wachsen. Doch es bleiben Gefahren.
Das Weltwirtschaftsklima ist im vierten Quartal - und damit zum dritten Mal in Folge - gestiegen. Laut des ifo World Economic Survey erhöhten sich weltweit Produktion und Handel dank milliardenschwerer Konjunkturprogramme, einer massiv expansiv wirkenden Geldpolitik und dem
vergleichsweise niedrigen Ölpreis. Hinzu kommt der Umschwung im globalen Lagerzyklus (siehe auch die Rede von Bundesbankpräsident Axel Weber zur Wirtschafts- und Finanzkrise).
In Asien überschritt der Wirtschaftsklimaindikator der Marktforscher im vierten Quartal 2009 seinen langfristigen Durchschnitt, aber auch in Westeuropa und Nordamerika hellt die Stimmung auf. Dies gilt allerdings nur mit Blick auf die Konjunkturentwicklung im kommenden Jahr, denn aktuell kommt vor allem in Unternehmen im Euroraum, Nordamerika, Mittel- und Osteuropa und in Russland noch keine Freude auf.
Eine Erholung ist in 2010 dennoch wahrscheinlich, so ifo, allerdings bei weiterhin niedrigem Wachstumstempo. Ein Kernproblem bleibe die Schwächung der internationalen Finanzmärkte, die weiterhin nur eingeschränkt funktionierten, und auch die gewaltigen Eigenkapitalverluste im Bankensystem und den damit einhergehenden Wertberichtigungsbedarf bei strukturierten Wertpapieren schädige dem Wirtschaftswachstum ( Laut CFOworld-Umfrage sind viele Mittelständler besorgt). In wichtigen Industrieländern kommt eine Krise am Immobilienmarkt hinzu, die dort den Abschreibungsbedarf bei Banken erhöht.
Die Kreditbedingungen bleiben damit weltweit restriktiv und beeinträchtigen massiv Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze (auch Bankmanager sehen langfristige Investitionen bedroht). Hinzu kommt, dass die bisher aufgelegten kreditfinanzierten Konjunkturprogramme im Prognosezeitraum auslaufen und der Konsolidierungsbedarf der öffentlichen Haushalte immer dringlicher wird. Schließlich geht das ifo davon aus, dass die Zentralnotenbanken die geldpolitischen Zügel künftig weiter straffen. Dies alles werde die Entwicklung von Angebot und Nachfrage dämpfen.
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