Treasury

Königsdisziplin in volatilen Zeiten

Treasury: Königsdisziplin in volatilen Zeiten
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Unternehmen organisieren ihr Treasury individuell, die Übergänge zur Konsolidierung, der Finanzplanung und dem Controlling sind fließend. Udo Reuß führt in das Thema ein.

10. Sep 2012

von

In Zusammenarbeit mit Angela Alexander und Peter Rösch.

Das Treasury steuert Geldströme und Vermögen in Unternehmen - die Königsdisziplin ist wirtschaftlich volatilen Zeiten. Die Abteilung stellt ausreichende Barmittel bereit für das operative Geschäft und die wirtschaftliche Anlage freier Gelder.

Dem Treasury werden in jedem Unternehmen unterschiedliche Aufgaben zuteil. Diese setzen sich aus einer Kombination der folgenden Prozesse zusammen:

  • Liquiditätssteuerung
  • Verwaltung von Finanzanlagen
  • Unterstützung des Zahlungsverkehrs
  • Verwaltung von Darlehens-, Kredit und Avalverträgen
  • Risikomanagement von Portfolios
  • Simulation der Auswirkung von Geldströmen

Die Übergänge zu Aufgaben der Konsolidierung, der Finanzplanung und dem Controlling sind fließend. Es empfieht sich jedoch eine eindeutige Abgrenzung zum Beteiligungsmanagement, denn hier fließen nicht nur Geld- und Zahlungsströme in die Betrachtung ein, sondern auch Synergieeffekte in Ertrags- und Aufwandspositionen.

Informationen und Simulationen müssen in Echtzeit bereitgestellt werden. Gerade bei internationalen Zahlungsströmen ist die Darstellung von Kurs- und Zinsschwankungen unabdingbar, verbunden mit stündlich neu eingeschätzten Chancen und Risiken. „Über Nacht“ durchgeführte Analysen werden den Anforderungen nicht gerecht.

Unternehmensstruktur beeinflusst Prozesse

Treasury setzt ein gewisses Umsatz- und Finanzvolumen voraus. Die Komplexität ergibt sich aus der Struktur des Unternehmens: Treasury kann sowohl in einzelnen Unternehmen als auch in einem Verbund oder Konzern betrieben werden. In letzterem Fall ist es von Vorteil, wenn die Tochternehmen mit beherrschender Mehrheit gehalten werden: Die internen und externen Zahlungsströme sind hierbei eindeutig identifizierbar. Im Kehrschluss wird die Arbeit des Treasury durch Minderheits- oder auch Überkreuzbeteiligungen deutlich erschwert.

Aus der spezifischen Eigentümerstruktur ergeben sich die jeweilgen Berichts- und Publikatonspflichten. Diesen entsprechend müssen eigene Prozesse definiert werden.

Generell muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, welche Prozesse im Treasury zutreffen. Aus den besagten Rahmenbedingungen ergibt sich nur ein Teil der Prozesse: Gemäß den eigenen Anforderungen bestehen unter Umständen bereits Prozesse, die erweitert oder in ein zentrales Treasury überführt werden sollen. 

 

Prozesse und Funktionen im Treasury (Quelle: Reuß / Rösch)

 

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