
Die Umsätze fallen, die Verwaltungs- und Vertriebskosten bleiben. Nur jedes vierte Unternehmen kann gegensteuern. Zeit sich Abläufe und Abmachungen nochmals anzuschauen.
Angesichts der Absatzrückgänge und des Wettbewerbsdrucks unternehmen Finanzabteilungen große Anstrengungen, die Kosten im Vertrieb, Finanzen, IT, Personal und Einkauf zu senken oder zu flexibiliseren.
Offenbar mit geringem Erfolg, wie jetzt eine weltweite Umfrage von The Hackett Group unter mehr als 200 Großunternehmen zeigt: Trotz Umsatzeinbußen im zweiten Quartal 2009 um durchschnittlich 23,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten die Befragten ihre Verwaltungs- und Vertriebskosten nur um 6,7 Prozent senken.
Laut Untersuchung konnte nur ein Viertel der Befragten ihre Kosten den zum Teil drastischen Umsatzrückgängen wirklich anpassen. Betrachtet man ausschließlich Europa, ist die Lage noch bedenklicher: Hier gingen die Einnahmen im Betrachtungszeitraum um 36,6 Prozent zurück. Aber nur 11,5 Prozent der Firmen konnten zeitgleich ihre Verwaltungs- und Vertriebskosten eindämmen.
Es gibt also noch einiges Einsparpotenzial, das sich nur durch eine (neuerliche) Revision bestehender Prozesse und Verträge ermessen ließe. Hackett schätzt, dass Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 26 Milliarden Dollar mit Hilfe der folgender Maßnahmen ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten um bis zu einer Milliarde Dollar drücken könnten:
Ausschöpfung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen durch Inanspruchnahme von Global Business Services/Shared Service Centers und Centers of Excellence;
Weniger Komplexität durch End-to-End-Prozessdesign und -Standardisierung;
Neubewertung von Insourcing- und Outsourcing-Möglichkeiten;
Besetzung freier Positionen durch Rückgriff auf Talente im Unternehmen; Beseitigung von Hierarchieebenen;
Ausrichtung der Dienstleistungen auf die Kundenanforderungen unter Berücksichtigung des eigenen Budgets;
Neuverhandeln von Verträgen mit Dritten;
Zentralisierung des Einkaufs sowie Abschluss globaler Vereinbarungen.
mit freundlicher Genehmigung der CFOworld-Schwesterpublikation Computerwoche
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