
Lange wollte die KfW die negative Entwicklung bei der Kreditvergabe an deutsche Unternehmen nicht auf eine strengeren Vergabepraxis der Banken zurückführen. Nun hört man andere Töne.
Sollten die Mahner der vergangenen Monate Recht behalten? Obwohl diese seit langem vor einer Kreditklemme warnen und die Kreditvergabepraxis und sinkende Eingekapitalquote in Unternehmen beklagen, war bis zuletzt von offzieller Seite eine andere Botschaft vermittelt worden. So hatte die KfW noch vor gut vier Wochen zwar einen dramamatischen Rückgang des Kreditvergabevolumens bestätigt, dessen Ursachen aber in einer geringeren Investitionstätigkeit der Unternehmen gesehen.
In einer Anfang der Woche veröffentlichten Mitteilung vollzieht die KfW nun einen radikalen Kurswechsel. "Die Entwicklung sei nicht mehr allein mit rückläufiger Kreditnachfrage aufgrund Investitionsschwäche zu erklären", heißt es nun. Vielmehr entwickle sich die schwache Eigenkapitalsituation der Banken "zu einem zunehmenden Hemmnis für die Kreditvergabe".
Sollte sich diese Entwicklung in den kommenden Quartalen fortsetzen, werde sich die Kreditversorgung der Unternehmen hierzulande "dramatisch verschärfen". Vor allem bei Neuzusagen mit Laufzeiten unter einem Jahr habe sich bereits im vierten Quartal 2009 ein massiver Rückgang offenbart.
Und die KfW gibt sich wenig zuversichtlich, dass sich die Lage bei den Kreditgebern in den kommenden Monaten verbessern könnte. Vielmehr kommen auf die Eigenkapitalpositionen der Banken in den nächsten Monaten beträchtliche Belastungen in Form von Abschreibungen, Regulierungsverschärfungen und Ratingverschlechterungen von Kreditnehmern zu. Seitens der Banken will man von einer Kreditklemme nichts wissen, meldet BlickLog. Andererseits mahnten noch im November führende Bankmanager, dass Unternehmen das Geld für Investitionen ausgehen könnte.
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