
Welche guten Finanzierungsformen gibt es vor allem für den Mittelstand, wenn sich die Bank ziert und Kredite nicht reichen? Die neue Ratgeberserie auf CFOworld hilft weiter.
Eine lahmende Konjunktur, schwacher Konsum und der begrenzte Zugang zu Bankkrediten setzen derzeit den Mittelstand besonders unter Druck. Laut einer aktuellen Ifo-Studie klagen rund 44 Prozent – das sind fast die Hälfte aller Unternehmen – über einen schwierigen Zugang zu Bankkrediten (siehe auch die ifo-Zahlen vom letzten Quartal).
Die Gefahr einer Kreditklemme wird gerade im Mittelstand immer realer, sogar die Bundesbank hat kürzlich davor gewarnt (siehe auch die Umfrage zur Unternehmensfinanzierung auf CFOworld). Die Banken handeln dabei nicht böswillig, sondern unterliegen auferlegten Zwängen von außen (so wird derzeit Basel II überarbeitet). Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage verschlechtern sich die Ratings der Kunden. Daher müssen Banken für das selbe Kreditvolumen mehr Eigenkapital hinterlegen – dieses ist jedoch auch bei den Banken Mangelware (siehe auch die Schätzungen von Merill Lynch).
Doch welche Auswege gibt es aus dem Dilemma? Welche Ansätze kann ein Unternehmen bei der Finanzierung verfolgen, wenn es nicht allein auf Bankkredite und das Wohlwollen der Finanzhäuser angewiesen sein will? In den kommenden Wochen stellt Ihnen CFOworld in Zusammenarbeit mit dem Finanzdienstleister Vantargis AG aus München Ansätze und Ideen für die Mittelstandsfinanzierung vor, die Ihnen Anregungen für Ihr Cash-Management geben sollen. Lesen Sie hierzu heute im ersten Teil der Artikelserie über Leasing und Factoring:
Mit einer strukturierten Finanzierung und intelligenten, alternativen Finanzierungsformen gewinnen Unternehmen Liquidität und somit Handlungsspielraum zurück. Die Möglichkeiten an alternativen Lösungen sind vielfältig und ergänzen die klassische Bankfinanzierung. Erfolgreiche Unternehmen bauen dabei auf eine strategische Planung mit einem Mix an Finanzierungsbausteinen (mehr zum Thema Cash-Management finden Sie hier).
Welche Lösungen für ein Unternehmen in der aktuellen Lage geeignet sind, um die Kreditklemme zu umgehen richtet sich nach der jeweiligen Situation und Anforderung. Gerade in den Bilanzen vieler mittelständischer Unternehmen – besonders in den inhabergeführten – gibt es noch ein erhebliches Potenzial Liquidität aus vorhandenen Ressourcen zu generieren. Dazu gehören in der Aktiva zum Beispiel Grundstücke, Gebäude, Lagerbestände, Forderungen und Maschinen. Auch Marken, Patente und Lizenzen können zur Liquiditätssteigerung beitragen.
In der Praxis funktioniert die Liquiditätsbeschaffung zum Beispiel über ein Sale-and-lease-back Modell. Bei dieser alternativen Finanzierungsform verkauft das Unternehmen zunächst das gebrauchte Anlagevermögen beispielweise an die Vantargis Leasing und erhält dafür den Kaufpreis sofort ausgezahlt. Direkt im Anschluss least es diese dann zurück.
Besonders für das produzierende Gewerbe stellt dieses Vorgehen eine intelligente Möglichkeit zur Liquiditätssteigerung dar. Denn beim Sale-and-lease-back wird Anlagevermögen mobilisiert, es ermöglicht eine Liquiditäts- und Ertragsbeschaffung aus der Substanz des Unternehmens. Verbindlichkeiten können beglichen, neue Investitionen getätigt werden. Für das Unternehmen „fühlt“ sich das ganze wie die Nutzung eines besicherten Tilgungsdarlehens an, jedoch mit Assets, welche bisher dafür kaum nutzbar waren.

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