
SAP, Haufe, Datev und weitere - Udo Reuß stellt Anbieter und Produkte von Software für die Finanzbuchhaltung vor. Der Trend gehe zur vollständigen ERP-Lösung.
Die eigenständige Software für Finanzbuchhaltung (Fibu) ist seit Jahren in Industrie und Handel auf dem Rückzug. Der Trend geht eindeutig dahin, dass Fibu ein Modul einer kompletten ERP-Lösung oder zumindest einer kaufmännischen Verwaltungslösung ist.
Das Programm aus einem Guss verspricht in der Praxis oft eine bessere Synchronisierung der einzelnen Programmfunktionen. Folglich ist in größeren deutschen Unternehmen insbesondere SAP ERP weit verbreitet. Business One und künftig die Cloud-Lösung Business ByDesign sind ebenfalls im Angebot der Walldorfer. Im Vordergrund von SAP ERP stehen die Module FI/AA für die Finanz- und Anlagenbuchhaltung. Die aktuelle Version von Business One richtet sich vor allem an Mittelständler. SAP bietet mehr als 550 branchenspezifische Lösungen und Add-ons. Faktisch muss jedoch auch diese Standardlösung individuell ans Unternehmen angepasst werden.
Einer der bedeutenden Anbieter kaufmännischer Software ist das britische Softwarehaus Sage, das zahlreiche Produkte für Klein- und Kleinstunternehmen im Angebot hat. Für global tätige Unternehmen ab 200 bis etwa 2.500 Mitarbeitern sei ERP X3 gut geeignet, erklärt Unternehmenssprecher Jörg Wassink aus Frankfurt: „Das Programm begegnet der ständig steigenden Nachfrage nach einheitlichen, weltweit einsetzbaren Lösungen.“
Die Software ist aktuell in 56 Ländern weltweit erhältlich und wird von mehr als 3.800 Kunden mit über 186.000 Anwendern eingesetzt. Sie bietet alle notwendigen Funktionalitäten für das professionelle Management und die Konsolidierung internationaler Unternehmen. Sie umfasst die Bereiche Finanzen, Produktion, Ein- und Verkauf sowie den Warenbestand. Darüber hinaus verfügt die Lösung über ein System für das Customer-Relationship-Management (CRM) und umfangreiche Business-Intelligence-Funktionen zur Analyse der unternehmenskritischen Kennzahlen.
Dabei deckt das Produkt alle lokalen Anforderungen an Sprachen, Währungen, Gesetzgebungen und steuerrechtlichen Aspekten zentral ab. Denn Sage ERP X3 verarbeitet mehrsprachige Daten wie Rechnungstexte, Artikeldaten und Währungsinformationen, die an unterschiedlichen Standorten in das System eingegeben wurden. Zudem werden alle landesspezifischen Parameter zentral in der Lösung abgebildet. Die Software konsolidiert diese Informationen in einem einheitlichen System.
Insbesondere in öffentlichen Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben werden auch heute noch sehr häufig spezielle Finanzbuchhaltungslösungen eingesetzt – anstelle einer integrierten ERP-Lösung. In kleineren Betrieben sind die Programme der Serie Lexware buchhalter sehr beliebt. Haufe-Lexware bietet vier Varianten an: buchhalter (Preis für Erstanwender: 159,90 Euro; Update: 119,90 Euro), buchhalter plus (239,90 Euro; 169,90 Euro), buchhalter pro (499 Euro; 349 Euro) und buchhalter premium (Einmalpreis bei Erstinstallation: 399,90 Euro; monatliches Update inklusive technische und Hotline: 44,90 Euro). Mit diesem Programm kann sicher und korrekt abgerechnet werden.
Als Fachverlag verfügt Haufe-Lexware mit Sitz in Freiburg über eine enorme Menge an qualitativ hochwertigen Inahlten in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern, Sozialversicherung und Personal. Speziell im Finanz- und Rechnungswesen bietet Haufe Finance Office Premium als Einzelplatzlizenz für monatlich 69,25 Euro in der Online-Version ein kompaktes Paket an rechtssicherem Wissen, inklusive aller Rechtsgrundlagen, Gesetze und Richtlinien, Fachbeiträge zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, den Haufe-HGB-Bilanzkommentar, einen Kommentar zum Einkommensteuergesetz, eine Entscheidungs- und Gesetzdatenbank mit über 1.000 Gesetzen, steuerlichen Richtlinien und über 90.000 Urteilen. Die Software ist auch in abgespeckten Versionen erhältlich: Haufe Finance Professional und Haufe Rechnungswesen Office.
Besagte Fachdatenbank wird um hilfreiche Tools wie Geschäftswagen- und AfA-Rechner, Checklisten und Formulare ergänzt. Damit die Mitarbeiter im Rechnungswesen dauerhaft und fachlich am Ball bleiben, können sie auch kostenlos an e-Trainingseinheiten und Online-Seminaren, etwa zu latenten Steuern, Jahresabschluss, E-Bilanz und laufenden Änderungen im Steuer- und Bilanzrecht teilnehmen.
Mit der Haufe Suite ist sogar eine unternehmenseigene Wissenszentrale mit Hochleistungssuche möglich. Sie bietet den technischen Rahmen für ein umfassendes Wissensmanagement. Interne Dokumente können mit Inhalten von Haufe oder Drittanbietern automatisch semantisch vernetzt werden. Sogar eingescannte Bilddateien sind durchsuchbar. Die Lösung wird als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten. Unternehmen können diese je nach Bedarf in eine bestehende IT-Landschaft integrieren. Dementsprechend reduziert sich der Pflegeaufwand. Zudem fallen im Vergleich zu Intranet-Lösungen relativ geringe Lizenzkosten an.
Auch webbasiert ist Buchhaltung möglich: Im Juni 2009 veröffentlichte das Rechechnungswesen-Portal ein Vergleich von neun einfacheren Buchhaltungsprogrammen. Diese Programme richten sich jedoch vor allem an kleine Betriebe und Freiberufler.
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