
In Zeiten der Kreditklemme ist Mezzanine-Kapital für bestimmte Finanzierungsanlässe immer noch eine Alternative. Doch Unternehmen müssen sie sorgfältig prüfen.
Der Mezzanine-Markt hat seit 2004 eine rasante Berg-und-Tal-Fahrt hingelegt. Die Standardprodukte wurden als Segen für den Mittelstand gepriesen und zu besonders günstigen Konditionen vergeben. Nach einem jahrelangen Boom brach der Markt Ende 2007 ein und ist heute völlig zum Erliegen gekommen.
Dennoch: Maßgeschneiderte Mezzanine-Lösungen sind für bestimmte Finanzierungsanlässe nach wie vor eine empfehlenswerte Option. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die Wachstumspotenziale durch eigenkapitalähnliche Mittel realisieren wollen.
Ferner lassen sie sich gut im Rahmen von Nachfolgeregelungen und Gesellschafterwechseln einsetzen. Die Vorteile: Es müssen keine Sicherheiten gewährt werden. Außerdem ist es flexibler als die Standardprodukte und lässt sich steuerlich und bilanziell freier ausgestalten. Die Nachteile: Die Unternehmen müssen sich einer Due-Diligence-Prüfung unterziehen, und die jährliche Vergütung ist meist höher als bei einem Bankkredit.
Mezzanine-Produkte haben ihre Berechtigung, sind aber nicht für jedes Unternehmen und jeden Finanzierungsanlass geeignet. Wer den Einsatz von Mezzanine-Kapital plant, sollte sich folgende Fragen stellen:
Unter diesen Voraussetzungen kann die Mezzanine-Beteiligung wesentlich zur langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs beitragen. Trotzdem sollte man immer prüfen, ob es für den konkreten Finanzierungsanlass adäquate Alternativen gibt. Für größere Transaktionen kann auch eine offene Minderheitsbeteiligung durch einen strategischen Investor sinnvoll sein. Bei kleineren Finanzierungsanlässen ist das Factoring oftmals die bessere Lösung.
Michael Häger ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und Mitglied des Vorstands der Warth & Klein AG, Düsseldorf
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