
300 Milliarden Euro könnten europäische Unternehmen mehr einnehmen, würden alle Forderungen beglichen. Vor allem kleine Firmen leiden. Abschreibungen nehmen hierzulande zu.
Geschlagene 55 Tage vergehen derzeit im europäischen Durchschnitt, bis fällige Rechnungen beglichen sind. Der Glaube an Besserung hat die Unternehmen längst verlassen, wie eine Studie des Dienstleisters Intrum Justitia zeigt: Nur jedes zehnte von insgesamt 6000 befragten Unternehmen galubt an eine bessere Zahlungsmoral in absehbarer Zukunft. Daran ändert auch die Tatsache nicht, dass der europäische Durchschnitt im vergangenen Jahr sogar bei 57 Tagen lag.
"Besonders hart trifft die schlechte Zahlungsmoral kleine und mittelständische Unternehmen. Drei Prozent aller Forderungen werden hier nicht bezahlt, im Vergleich zu 2,6 Prozent insgesamt. Ausstehende Forderungen können hier schnell zu einer Gefährdung der Existenz werden", erläutert Thomas Hutter, Geschäftsführer der Intrum Justitia für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz, die Tragweite der Situation. 52 Prozent der befragten Unternehmen sind sich zudem unsicher, ob sie die benötigten Kredite von ihren Hausbanken zur Überwindung von Engpässen oder dem Ausbau ihres Geschäfts erhalten und sehen sich auch nach Finanzierungsalternativen um.
Am schnellsten werden Rechnungen in den skandinavischen Ländern beglichen. In Finnland gehen Zahlungen im Durchschnitt mit lediglich fünf Tagen, in Schweden und Norwegen mit sieben Tagen Verspätung ein. Deutschland belegt mit zehn Tagen Verspätung einen guten dritten Platz. Das Schlusslicht in Europa bilden Griechenland mit 42 Tagen, Italien mit 49 Tagen und Portugal mit 51 Tagen Zahlungsverzögerung.

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